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Ernte : Bauern sehen das Wetter gelassen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Es sind wohl nur noch wenige Tage, bis die Brandenburger Felder wieder gelb erstrahlen. „Die Rapsblüte steht bevor“, sagt Ulrich Böhm, der beim Landesbauernverband für Agrarpolitik zuständig ist.

Noch im vergangenen Jahr waren die ersten Rapsblüten erst um den 1. Mai zu sehen. Temperaturen von bis zu 20 Grad und ein strahlend blauer Himmel sorgten in den vergangenen Tagen und Wochen jedoch dafür, dass die Vegetation insgesamt weiter ist als 2013. „Generell macht das wohl zwei bis drei Wochen aus“, beobachtet Böhm. „Das ist auch beim Getreide zu sehen.“

In besonderem Maße betrifft das die Spargelbauern. „In diesem Jahr haben wir die ersten Stangen schon am 12. März gestochen“, sagt Malte Voigts vom Spargelhof Kremmen (Oberhavel). Normalerweise beginnt die Ernte zwischen dem 10. und 15. April, im vergangenen Jahr sogar erst am 21. April. Dafür seien die Tageserträge nicht so rasant gestiegen. Das Spargelstechen verteile sich mehr über die Saison. 2013 habe es noch einen „Raketenstart“ gegeben.

Das gängige Vorurteil, dass die Landwirte unter dem warmen und trockenen Wetter zu leiden haben, will derzeit weder Ulrich Böhm vom Landesbauernverband noch Reinhard Jung vom Bauernbund Brandenburg bestätigen. „Im vergangenen Jahr haben wir um diese Zeit Schnee geschippt. Jetzt sind schon viele Arbeiten erledigt“, sagt Jung. Mit Böhm ist er sich einig, dass es momentan „keinen Grund gibt zu jammern“.

Nicht einmal die Trockenheit bereitet den beiden schlaflose Nächte. „Regen wäre zwar ein Grund zur Freude“, so Jung. Doch das hänge auch stark von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit und dem Grundwasserspiegel ab. Die Saat keimt auch vom nächtlichen Tau und der verbliebenen Winterfeuchtigkeit, erklärt er. Ähnlich sieht es mit Schädlingen aus: Der Rapsglanzkäfer, der sich von Rapsblüten ernährt und bei massenhaftem Auftreten für erhebliche Schäden sorgen kann, ist in diesem Jahr zwar früher als sonst aufgetreten. Allerdings nur in dem Maße, wie auch der Raps selbst eher wuchs.

Dass sich der warme Frühling später auf die Gesamterträge der Landwirte und folglich auf die Preise auswirkt, glauben Jung und Böhms nicht. „In der Regel verwächst sich das“, erklärt Böhm. Eine frühere Ernte sei im Moment noch nicht planbar, das hänge von zu vielen Faktoren ab.

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