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Eisenbahner nehmen Werksschließung nicht hin : Bahnwerk wird zu Grabe getragen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Derweil betreiben im Internet wütende Bahnwerker die Facebook-Seite „Rettet das DB Werk Eberswalde“, die mehr und mehr zur Plattform des Widerstandes wird.

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erstellt am 29.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Rund 230 Mitarbeiter des Instandhaltungswerks der Deutschen Bahn in Eberswalde haben gestern gegen die Schließungspläne für ihr Werk protestiert. Nach einer Betriebsversammlung in Eberswalde fuhren sie nach Berlin, wo die Betriebsräte des Konzerns in Anwesenheit von Bahnchef Rüdiger Grube konferierten. „Die Mitarbeiter nehmen die Schließung nicht hin“, sagte Bernd Fröhlich, Geschäftsstellenleiter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Brandenburg. Der Standort müsse erhalten werden.

Von den Schließungsplänen, die auch dem Bahnwerk in Zwickau gelten, sind zusammen 570 Beschäftigte betroffen. Ihnen sollen andere Jobs im Konzern angeboten werden. Die Schließung ist aus Sicht der Bahn notwendig, da die Instandhaltung von Güterwaggons rückläufig sei.

Nach Worten von Fröhlich zogen die Demonstranten mit Transparenten, Holzkreuzen und einem Sarg in den Konferenzraum. Je ein Vertreter der Belegschaften in Eberswalde und Zwickau ergriff das Wort.

Wie Fröhlich berichtete, hörte sich Konzernchef Grube die Arbeiter an. Er hätte ihnen versichert, machbare Alternativen zur Schließung zu prüfen, so es sie denn gäbe. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Jens Schwarz kündigte laut Fröhlich an, dass es im Konzern heute Gespräche zur Situation der Instandhaltungswerke in Deutschland geben wird.

Am Dienstag ist in Eberswalde eine Resolution zum Erhalt des Werkes verabschiedet worden. Die Unterzeichner, darunter Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) und Mitglieder des Bundes- und Landtages, fordern die Zurücknahme der Schließungspläne. „Der Standort Eberswalde ist von enormer Bedeutung für die Wertschöpfung in der Region“, hieß es im Schreiben, das unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel  gerichtet ist. Angeregt wird, das Werk zu einem Kompetenzzentrum für Kesselwagen umzustrukturieren.

Derweil betreiben im Internet wütende Bahnwerker die Facebook-Seite „Rettet das DB Werk Eberswalde“, die mehr und mehr zur Plattform des Widerstandes wird. Am Bahnhofsvorplatz stehen zudem sechs Kreuze – als Mahnung für die sechs Industriebetriebe, die seit 1990 in Eberswalde abgewickelt wurden. Auf dem Kreuz fürs Bahnwerk prangt ein Fragezeichen. Denn noch findet sich mit dem Aus für das Traditionsunternehmen in Eberswalde und Umgebung niemand ab. „Wir haben Herrn Grube zeigen können, dass wir uns nicht kampflos ergeben“, so Gewerkschafter Kay Manteufel.

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