Instandhaltungswerke : Bahn rechnet mit Auftragseinbruch

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Das machte der Geschäftsführer der DB Fahrzeuginstandhaltung, Uwe Freesenborg, gestern im Verkehrsausschuss des Brandenburger Landtags deutlich.

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21. Februar 2014, 12:00 Uhr

Die Deutsche Bahn rechnet offenbar damit, in Zukunft bis zu 25 Prozent weniger Aufträge für ihre Instandhaltungswerke in Cottbus, Wittenberge und Eberswalde zu haben. Das machte der Geschäftsführer der DB Fahrzeuginstandhaltung, Uwe Freesenborg, gestern im Verkehrsausschuss des Brandenburger Landtags deutlich. „Wir rechnen mit einem Umsatzrückgang von 20 Prozent in den nächsten fünf Jahren.“ Deutschlandweit beschäftigt die Konzerntochter der Deutschen Bahn rund 8 000 Mitarbeiter an 15 Standorten. Während das Ausbesserungswerk in Cottbus auf die Instandhaltung von Diesellokomotiven spezialisiert ist, werden in Wittenberge schwerpunktmäßig Reisezugwagen, besonders des Regionalverkehrs, und in Eberswalde Güterwaggons gewartet.

„Wir stehen zwei Megatrends gegenüber“, sagte Freesenborg. Der Schienengüterverkehr gehe zurück, die Bahntochter DB Schenker Rail kämpfe um ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihr Überleben. Man rechne in den nächsten Jahren mit bis zu 30 Prozent weniger benötigten Waggons. Im Personenverkehr gebe es dagegen einen harten Wettbewerb um die Ausschreibungen des Regionalverkehrs.

„Das Werk in Wittenberge ist bis 2015 unter Vollast“, sagte Freesenborg. Derzeit stehe man dort eher vor der Herausforderung, zugesagte Termine auch einzuhalten. Für die Zeit danach appellierte er an die Abgeordneten, dafür zu sorgen, das Gelände in die Hochwasserschutzpläne einzubeziehen, und die Existenz des Werks bei Ausschreibungen von Nahverkehrsstrecken im Blick zu haben. „Wie kann es eigentlich sein, dass wir über den Erhalt von Arbeitsplätzen reden, und auf der anderen Seite werden Verkehrsausschreibungen so gestaltet, wie sie gestaltet werden?“, fragte Freesenborg.

In Cottbus erlebe man indes schon seit drei Jahren, dass jeweils zu Beginn eines Jahres mehr Mitarbeiter verfügbar seien, als es Arbeit gebe. „Wir haben immer Arbeit nach Cottbus geschoben, und mit dem Betriebsrat über Arbeitszeitmodelle und den internen Personalaustausch gesprochen“, sagte Freesenborg. Welche Mitarbeiterzahlen die Brandenburger Werke künftig haben werden, wollte der Bahn-Manager am Donnerstag noch nicht sagen. „Wir sind da noch in internen Berechnungen“, so Freesenborg.

Die Staatssekretärin im Infrastrukturministerium, Kathrin Schneider, betonte, dass es der Brandenburger Landesregierung um den Erhalt der Arbeitsplätze an allen drei Brandenburger Standorten gehe. „In erster Linie ist das aber Teil der unternehmerischen Verantwortung“, sagte Schneider. Das Land habe darauf nur begrenzte Einflüsse, zumal man als Landesregierung den Wettbewerb auf der Schiene ausdrücklich begrüße.


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