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Pfiffige Schüler : Badekugeln aus Zimt und Mohn

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Eine Schülerfirma aus Falkenberg siegt beim Landeswettbewerb für Juniorfirmen in Berlin.

Wer an diesem heißen Maitag durch das Rote Rathaus schlendert, kann ein paar schöne Geschenke entdecken. An den Ständen im Foyer liegen handgemachte Kerzen, Handytaschen aus stoßdämpfendem Panzer-Tape, coole Strickmützen, Brillenetuis aus Tetrapack und Halsketten, die nach Parfum duften.

Die Produkte stammen von elf Schüler-Unternehmen aus Berlin und Brandenburg, die um den Einzug ins Bundesfinale am 17. Juni wetteifern. Ein Jahr lang haben rund 500 Schüler ihre eigene Firma betrieben, Ideen entwickelt, Kunden und Geldgeber gesucht und Buch über die Finanzen geführt.

Nun präsentieren sie ihre Produkte auf der Bühne im großen Wappensaal. Viele der Junior-Unternehmer tragen Hemd und Krawatte. Nur der ein oder andere Versprecher deutet noch darauf hin, dass hier der Nachwuchs das Wirtschaftsleben übt. Die einen haben den selbstgedrehten Werbespot mit dem Happy-Song unterlegt, die anderen führen das Verkaufsgespräch als Theaterstück auf oder reimen selbstironisch darüber, wie schwierig die Ideen-Entwicklung war. So fanden die Basecaps von „BLN Snap“ zum Selbstbedrucken nur wenig Absatz, während die Notvariante – reißfeste Geldbörsen und Handyhüllen aus Panzer-Tape – schnell ausverkauft war.

„Es war schwer, das richtige Material zu finden“, berichtet auch Niyazi Vantandas, die mit ihren Mitschülern unter dem Label „Smart Effect“ Duftschmuck herstellt. Nach vielen Experimenten sei man auf gebrannten Ton gekommen, weil die poröse Oberfläche das Parfüm gut halten könne, berichtet die 17-Jährige. Am Stand des Gymnasiums aus Berlin-Tempelhof liegen nun bunte Keramikherzen an schwarzen Lederbändern. Die Käufer bekommen drei Röhrchen mit verschiedenen Düften dazu. Nach der aktuellen Gewinn- und Verlustrechnung sei man derzeit mit 149,54 Euro im Plus, berichten die Schüler.

Doch den Landessieg für Berlin sicherte sich ihre Nebenklasse mit einer Vermittlungsagentur für Nachhilfe. Bei dem Angebot von Schülern für Schüler könne die Nachhilfe speziell auf den Unterricht zugeschnitten werden, lobte die Jury.

Grund zum Jubeln haben auch die Schüler des Beruflichen Gymnasiums am Oberstufenzentrum in Falkenberg, die den ersten Platz für Brandenburg erringen. In einem ihrer Klassenräume produzieren sie Badekugeln aus Zimt, Lavendel, Rose, Mohn und Sheabutter. So erfolgreich, dass ihre Firma „Sparkly Dream“ sogar auf eine Fair-Trade-Messe nach Israel eingeladen wurde. Dort mussten die Zwölftklässler ihr Produkt auf Englisch präsentieren. „Das sind Erfahrungen, die sich auch beim Bewerbungsgespräch gut machen“, ist sich Martin Horn sicher, der später gerne in der Automobilwirtschaft arbeiten würde.

Christin Stör aus Rathenow (Havelland) hat dagegen viel über Teamarbeit gelernt. Das habe schon mit der Mischung für die Fitness-Kekse aus Haferflocken, Cornflakes und Weizenvollkornmehl angefangen, die die Schüler der Bürgel-Gesamtschule nun als „ersten runden Müsli-Riegel“ an den Mann bringen. „Manche wollten am liebsten noch Heidelbeeren und Stachelbeeren untermischen“, berichtet die 18-Jährige. Doch gemeinsam mit den Profis eines Rathenower Bäckerunternehmens entschieden sich die 18 Schüler dann für Erdbeeren. Obwohl die „Bärentaler“ aus hygienischen Gründen in der Bäckerei produziert werden müssen, investierten die Jugendlichen viel Freizeit in die Produktentwicklung, Vermarktung und den Verkauf. Das selbständige Arbeiten war für viele ein Erfolgserlebnis. „Da hieß es schon mal, bis nächste Woche musst Du das Design für die Flyer entworfen haben“, berichtet Christin Stör. Sie verkaufte die fruchtigen, wie Präsente dekorierten Packungen, auf regionalen Märkten. Ein örtliches Fitnessstudio wertete 2000 Stück mit Gutscheinen auf. Am Ende stand ein Erlös von 1800 Euro – er fließt nun in die Abi-Kasse.

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