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erweiterunG Von Tagebau : Arbeitsplätze vernichtet?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Unternehmer klagen im Braunkohlestreit. Auch Befürworter der klimaschädlichen Industrie rücken zusammen.

In der Lausitz verschärft sich der Streit um die Erweiterung des Braunkohle-Tagebaus Welzow. Örtliche Unternehmer legten am Freitag beim Cottbuser Verwaltungsgericht Klage gegen den laufenden Tagebau ein.

Man sei „seit Jahrzehnten in beispielloser Art und Weise durch den Lausitzer Braunkohleraubbau getroffen und geschädigt“, erklärte der Firmen-Verbund Proschim. Mehr als 200 direkte und einige hundert indirekte Arbeitsplätze seien dem Tagebau zum Opfer gefallen. Der Energiekonzern Vattenfall will die Grube um rund 2000 Hektar erweitern, um dort zusätzliche 200 Millionen Tonnen Braunkohle zu fördern. Die Pläne stoßen auf erbitterten Widerstand von Umweltaktivisten und Anwohnern. Gibt die Landesregierung grünes Licht für die Erweiterung, müssten Hunderte Menschen umsiedeln. Etliche Unternehmen sehen sich in ihrer Existenz bedroht.

Am Montag tagt in Cottbus zum voraussichtlich letzten Mal der Braunkohle-Ausschuss, in dem sich Befürworter und Gegner zur Tagebauplanung äußern können. Mehrere Ausschussmitglieder haben bei der Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg eine Vertagung der Sitzung beantragt. Grund ist ein Vor-Vertrag der Landesregierung mit Vattenfall zur „sozialverträglichen Umsetzung“ der Tagebau-Erweiterung in Welzow. Gegner werten die Vereinbarung vom Mittwoch als Beweis, dass Rot-Rot vorzeitig Fakten schaffen wolle.

Die Gewerkschaft IG BCE forderte die Ausschuss-Mitglieder auf, den Weg für die Tagebauerweiterung durch die Landesregierung freizumachen. „Die Braunkohle ist die Basis der wirtschaftlichen Kraft der Lausitz und Garant für eine sichere Energieversorgung in Deutschland“, hieß es. Es gehe um tausende Arbeitsplätze. Der Firmen-Verbund Proschim warf Vattenfall dagegen vor, eine ganze Region für den Profit „in Geiselhaft“ zu nehmen.

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