Linke startet Kampagne zur Landtagswahl : „Wir sind die Stimme des Ostens“

Sebastian Walter (Die Linke), Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Brandenburg, enthüllt zum Auftakt der Landtagswahlkampagne ein Großplakat.
Sebastian Walter (Die Linke), Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Brandenburg, enthüllt zum Auftakt der Landtagswahlkampagne ein Großplakat.

Brandenburgs Linke stellen ihre Kampagne zur Landtagswahl am 1. September vor

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06. Juli 2019, 05:00 Uhr

Auf dem Plakat steht ein großes Wort: „Osten“. Ganz in Violett gehalten, taucht es vor einem rosa Himmel aus einer stilisierten Wasserfläche auf. Oder versinkt darin, je nach Perspektive des Betrachters. Ein zweites Plakat stellt das Wort „Zuhause“ in den Mittelpunkt, ein drittes das Wort „Freiheit“, inklusive einer kleinen weißen Friedenstaube vor blauem Hintergrund. Alles wirkt ein wenig so wie in den 60er Jahren, in grellen Farben, irgendwie neonartig, poppig. Und nur ganz klein findet sich auf den Plakaten ein Hinweis darauf, wer der Urheber ist: Brandenburgs Linkspartei. Ihr klassisches Rot sucht man vergebens.

Spitzenkandidaten stellten Wahlkampagne vor

Vor der Kulisse des Potsdamer Hotels Mercure, einem der letzten prominenten DDR-Bauten im Zentrum der Landeshauptstadt, stellten die Spitzenkandidaten Kathrin Dannenberg und Sebastian Walter sowie Landesvorsitzende Anja Mayer am Donnerstag die Wahlkampagne der Linke für die Landtagswahlen am 1. September vor.

„Die Linke ist die Stimme des Ostens, die treibende soziale Kraft in Brandenburg“, sagte die Calauer Lehrerin, die bei den Landtagswahlen 2014 auf Listenplatz zwei der Landesliste der Linken stand, und nun auf Platz eins ins Rennen geht. Dabei tritt sie im Team mit dem 29-jährigen Gewerkschaftsfunktionär Sebastian Walter an. Er betonte, dass Menschen in Ostdeutschland noch immer „rund 7000 Euro brutto weniger im Jahr“ als Menschen in Westdeutschland verdienten. „Das ist ein Skandal“, sagte Walter.

Große und kleine Wahlwerbung

Neben den Großflächen gibt es auch bei den Linken kleine Plakate für die Laternenmasten. Sie enthalten jeweils ein großes Wort mit einem kleinen Zusatz – zum Beispiel: „Bus – der kann ruhig öfter kommen.“ Etwas verunglückt ist allerdings das Plakatmotiv, das auf die Forderung nach günstigen Mietwohnungen hinweisen soll. Statt „Wohnen“ steht dort nur „Wohn“, die beiden letzten Buchstaben fehlen. Dazu kommt die Forderung: „Bauen und Mieten deckeln“.

Politisch meldet die Linke den Anspruch an, weiter mitzuregieren. Die Partei, die in der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa 16 Prozent erhielt, und damit hinter SPD, AfD und CDU und gleichauf mit den Grünen auf Platz vier lag, werde nach den Wahlen mit allen Parteien außer der AfD sprechen, sagte Spitzenkandidatin Kathrin Dannenberg.

Distanz zur CDU

Zur CDU jedoch ging Sebastian Walter erneut auf Distanz: „Wenn deren Spitzenkandidat Ingo Senftleben Gespräche mit Ministerpräsident Dietmar Woidke ablehnt, aber mit AfD-Chef Andreas Kalbitz reden will, führen wir keine Gespräche mit der CDU.“ Senftleben hatte im Mai eine Koalition mit Woidke ausgeschlossen. Schon im Vorjahr hatte er Gespräche mit allen gewählten Parteien angekündigt, eine Koalition mit der AfD unter Andreas Kalbitz ebenfalls ausgeschlossen.

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