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Bundesverband fordert den Ausbau der Netze : Windkraft in MV noch laues Lüftchen

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MV hat nach Einschätzung des Bundesverbandes Windenergie (BWE) Nachholebedarf bei der Windenergie-Erzeugung. Wer die Bundesländer diesbezüglich miteinander vergleicht, findet MV nicht einmal unter den Top 5.

svz.de von
erstellt am 05.Apr.2011 | 08:01 Uhr

Schwerin | Mecklenburg-Vorpommern hat nach Einschätzung des Bundesverbandes Windenergie (BWE) Nachholebedarf bei der Windenergie-Erzeugung. Das ergibt sich aus einer gestern auf der Hannover Messe vorgestellten Studie des Fraunhofer-Instituts zur Zukunft der Windkraft. Regierungschef Erwin Sellering (SPD) betont zwar oft und gern, dass nirgendwo in Deutschland so viel Strom - zuletzt 51 Prozent - aus erneuerbaren Energien gewonnen wird wie hierzulande. Experten hingegen halten das angesichts der kleinen Gesamtmenge für ein fragwürdiges Verdienst. Wer die Windenergie-Erzeugung der Bundesländer miteinander vergleicht, findet Mecklenburg-Vorpommern nicht einmal unter den Top 5 - im Gegensatz zu anderen Flächenländern wie Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig sowie Nordrhein-Westfalen.

Um den Ausbau der Windenergie deutschlandweit voranzutreiben, fordert der Bundesverband den Ausbau der Netze. Die Windkraftbranche traut sich zu, Kernenergie schon mittelfristig aus eigener Kraft zu ersetzen - vorausgesetzt, sie bekommt genug Platz, um zu wachsen. Rund zwei Prozent seiner Fläche würde es Deutschland laut Fraunhofer-Studie kosten, Atomausstieg plus Klimaschutzziele mit Hilfe der Windenergie an Land zu meistern. "Wir brauchen eine Kultur des Verständnisses für die Erneuerbaren", sagte Verbandspräsident Hermann Albers in Hannover.

Klare politische Entscheidungen zugunsten der Windkraft an Land fordert der BWE in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade ein Prozent der Landesfläche seien von der Raumordnungsplanung bislang für die Windenergie-Gewinnung vorgesehen, wie Johann-Georg Jaeger, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Landesverbandes, bedauert. Der Verband setzt sich dafür ein, künftig auch kleinere Eignungsräume für Windkraftanlagen freizugeben. "In Sachsen-Anhalt liegt die Mindestgröße bei 30 Hektar, in Mecklenburg-Vorpommern bei 75", sagt Jaeger.

Kritik an den Energie-Zielen der Schweriner Landesregierung kommt ebenfalls vom Landesverband der Grünen. Sie verweisen auf das "Energiekonzept Energieland 2020" und dem "Aktionsplan Klimaschutz" , die vorsehen, künftig 3,3 beziehungsweise 4 Milliarden kWh Strom aus Windenergie zu erzeugen. Heute sind es 2,6 Milliarden. Der BWE hält rund sechs Milliarden kWh für möglich, sogar 11 Milliarden wären es, wenn die Zwei-Prozent-Rechnung der Fraunhofer-Studie angesetzt würde.

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