Windkraft-Ausbau geht deutlich zurück

148 neue Windkraftanlagen zwischen Prignitz und Lausitz

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17. März 2016, 08:00 Uhr

Der Ausbau der Windenergie in Brandenburg ist 2015 deutlich zurückgegangen. Zwischen Prignitz und Lausitz wurden 148 neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 400 Megawatt neu errichtet – das sind rund 24 Prozent weniger als 2014. Insgesamt sind in Brandenburg derzeit Windräder mit einer Gesamtkapazität von 5850 Megawatt installiert. Das teilte der Landesverband Berlin-Brandenburg des Bundesverbands Windenergie gestern in Berlin mit.

Auch für das kommende Jahr rechnen die Anlagenbetreiber mit geringeren Ausbaumaßnahmen. Ende 2015 seien im Land 94 noch nicht gebaute Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 245,7 Megawatt genehmigt gewesen. „Wir setzen auf einen planbaren und kontinuierlichen Ausbau“, sagte der Vorsitzende des Landesverbands, Jan-Hinrich Glahr. Von den neu genehmigten, aber noch nicht errichteten Anlagen sind zwölf in der Uckermark, neun in der Prignitz (unter anderem vier in Karstädt), zehn im Kreis Elbe-Elster und sieben in Spree-Neiße geplant. In Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald sind nach Angaben des Branchenverbands derzeit keine weiteren Anlagen genehmigt.

Glahr wies die Forderungen des Volksbegehrens gegen den Ausbau von Windkraftanlagen entschieden zurück. In Brandenburg stünden heute 200 Windräder in Forsten. Dabei handele es sich jedoch meist um Standorte in Kiefern-Monokulturen. Geschützte Buchen- oder Eichenwälder würden nicht als Standorte genutzt. „Dass es überhaupt Windräder im Wald gibt, ist ein Ergebnis von Überlegungen, wie man möglichst weite Entfernungen zu Wohnbebauung schafft“, sagt Glahr.

Das Volksbegehren „Rettet Brandenburg“, das aus 96 gegen Windkraftausbau protestierenden Bürgerinitiativen besteht, kann noch bis zum 6. Juli in den Bürgerämtern der Kommunen unterzeichnet werden. Für einen Erfolg des Volksbegehrens, das sich für die Einführung einer Regel ausspricht, wonach zwischen einer Windkraftanlage und der nächstgelegenen Wohnbebauung ein Mindestabstand der zehnfachen Höhe des Windrades liegen muss und zudem den Neubau von Windkraftanlagen im Wald verhindern will, sind 85 000 Unterschriften erforderlich. Gestern stellte allerdings die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ein Gutachten des Parlamentarischen Beratungsdienstes des Landtags vor, wonach die vom Volksbegehren geforderten Abstandsregelungen im Landesrecht nicht umsetzbar seien. Das Bundesbaurecht habe diese nur bis Ende 2015 eingeräumt. Es ist aber nur ein Gutachten, das auf das Volksbegehren keine Auswirkungen hat.  

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