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Erneuerbare Energien : Windenergie wird weiter ausgebaut

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburg ist mit rund 3400 Anlagen schon führend bei der Windenergie. Von den Bürgern gibt es aber zunehmend Gegenwind.

Gegen den Ausbau der Windenergie wächst der Widerstand der Brandenburger Bürger. Die Initiatoren eines Volksbegehrens befürchten gesundheitliche Schäden für die Anwohner und fordern größere Abstände der Windräder zu Wohnsiedlungen. Gleichzeitig lehnen sie aus ökologischen Gründen Windräder im Wald ab. Diese Forderungen seien widersprüchlich, sagt Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Ist ein Umdenken der Landesregierung bei Windkraftanlagen im Wald denkbar?

Jörg Vogelsänger: Der Ausbau der Windenergienutzung ist und bleibt ein wichtiges energie-, aber auch klimapolitisches Ziel in Brandenburg. Dabei kommt es darauf an, den Ausbau der Windkraft so zu ordnen, dass Konflikte, beispielsweise Abstände zu Wohnsiedlungen, miniminiert werden können. Dazu wurden Regionalpläne entwickelt, die das leisten sollen. Wenn man aber größere Abstände zu den Siedlungen einhalten will, müssen andere Flächen auch in Waldgebieten für die Windräder gefunden werden.

Die Forderungen nach großen Abständen zu den Siedlungen einerseits und gleichzeitig der Ausschluss von Wäldern sind da widersprüchlich. Wir brauchen einzelne Waldflächen, um den Ausbau umweltfreundlicher Energie voranzubringen.

Die Initiatoren befürchten ökologische Schäden in den Wäldern, die nun auch als Kohlendioxid-Speicher für den Klimaschutz nötig sind. Lässt Sie das kalt?

Ich empfehle einen Blick in die aktuelle Bundeswald- wie auch in die Landeswaldinventur. In Brandenburg sind 37 Prozent der Landesfläche Wald. Damit gehören wir zu den Top Fünf der waldreichsten Bundesländer. Der Wald wird nachhaltig bewirtschaftet, insbesondere was die Holzvorräte betrifft. Der heimische Holzvorrat steigt jährlich um 10 400 000 Kubikmeter. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre wurden nur 53 Prozent des Holzzuwachses genutzt.

Die Initiatoren werfen Ihnen vor, Sie setzten auf Abholzen für die Windkraft, statt auf Aufforsten für das Klima.

Ich finde, man darf das nicht gegeneinander ausspielen. Eine saubere Energiegewinnung dient auch dem Klimaschutz. Zumal es uns gelingt, dass die Waldfläche wegen der hundertprozentigen Kompensation bei Rodungen nicht abnimmt und teilweise sogar durch natürlichen Nachwuchs insgesamt zunimmt.

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