Bessere Anbindung : Wie weiter an Staufalle BER?

Der Flughafen-Landkreis Dahme-Spreewald sieht angesichts des Masterplans für den Ausbau des neuen Hauptstadtflughafens BER in Sachen Verkehrsanbindung noch offene Fragen.
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Der Flughafen-Landkreis Dahme-Spreewald sieht angesichts des Masterplans für den Ausbau des neuen Hauptstadtflughafens BER in Sachen Verkehrsanbindung noch offene Fragen.

Flughafen-Landkreis Dahme-Spreewald warnt vor Verkehrskollaps.

svz.de von
06. Februar 2018, 05:00 Uhr

Warnungen vor Verkehrsproblemen nach Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER gibt es schon länger. Pläne für den anschließenden Bau weiterer Terminals des Flughafens verstärken nun die Sorge.Der Flughafen-Landkreis Dahme-Spreewald sieht angesichts des Masterplans für den Ausbau des neuen Hauptstadtflughafens BER noch offene Fragen. Das Konzept für die Kapazitätsverdoppelung bis 2040 biete für den Verkehr um und zum Flughafen nicht gerade die beste Lösung, sagte Vize-Landrat Chris Halecker der Anwohnerzeitschrift „BER aktuell“. Ihm fehle völlig eine Westanbindung des Flughafens. „Hier ist der Landkreis gefragt, mit allen Beteiligten Lösungsansätze zu erarbeiten, um nicht an einem Verkehrsinfarkt zu ersticken.“ Autofahrer aus Berlin erreichen den BER bislang über die stauanfällige A113, die in Brandenburg zur A13 wird und östlich am Flughafen entlang führt. Auf sie führt auch die B96, die aus Richtung Potsdam zum Flughafen führt. Der Berliner Senat denkt darüber nach, die U-Bahn-Linie 7 von Rudow zum Flughafen zu verlängern.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will die Kapazität des Flughafens bis 2040 durch weitere Terminals auf 55 Millionen Passagiere im Jahr erhöhen. Die Flughafengesellschaft geht davon aus, dass nach der geplanten Eröffnung 2020 zwei Drittel der Passagiere mit Bussen und Bahnen zum neuen Flughafen kommen. Kritiker verweisen darauf, dass in Frankfurt dieser Anteil geringer sei.

Der Landkreis geht davon aus, dass sich mit Eröffnung des Flughafens 2020 der Straßenverkehr verdreifacht. Halecker hatte im November eine weitere Autobahnanbindung aus dem Westen über das Gelände der Internationalen Luftfahrtausstellung in Selchow vorgeschlagen. Diese wäre jedoch aufwendig, weil das Vorfeld des BER-Terminals oder eine Start- und Landebahn überwunden werden müsste. Auch der frühere Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte verlangt, den Flughafen für Autos besser anzubinden. Mit der Bahn sei der Flughafen vergleichsweise gut zu erreichen. Flughäfen wollten wegen der Parkgebühren jedoch immer viel Individualverkehr. Zudem kämen immer mehr Fluggäste mit dem Bus.

Ein Gutachten des Dialogforums für die Umlandgemeinden schlug vor gut einem Jahr vor, die Osdorfer Straße in Berlin-Lichterfelde und Großbeeren auszubauen, den Bahnhof Schönefeld zu verbessern, mehr Radwege für Beschäftigte am Flughafen zu bauen und ein verkehrsmittelübergreifendes Leitsystem einzurichten.

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