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Brandenburg

20. November 2017 | 05:12 Uhr

Londonreise : Werbung in eigener Sache

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburg meets Britain – Unsere Zeitung begleitet Ministerpräsident Dietmar Woidke nach London

von
erstellt am 03.Okt.2017 | 16:17 Uhr

Wenn sich ab heute Brandenburg in London präsentiert, ist unsere Zeitung live dabei. Redakteur Hanno Taufenbach begleitet die vom Ministerpräsidenten Dietmar Woidke angeführte Delegation und berichtet aus dem Brexit-Land. Vor dem Abflug sprach er mit Dietmar Woidke über die Ziele der Reise.

Herr Woidke, mit welchen Hoffnungen fliegen Sie nach London?
Dietmar Woidke: Mit viel Vorfreude auf spannende Begegnungen und einen ertragreichen Austausch. Großbritannien gehört zu unseren zehn wichtigsten internationalen Handelspartnern. Unser Ziel ist, dass es auch nach dem Brexit dabei bleibt. Das Land ist und bleibt für Brandenburg ein verlässlicher und wichtiger Wirtschaftspartner. Mit unserer Präsentation, die auch Gespräche mit Wirtschaftsvertretern beinhalten wird, wollen wir ein wichtiges Signal setzen.

Wir nutzen die engen Kooperationen der hiesigen Wirtschaftskammern, der Wirtschaftsförderung Brandenburg sowie der Bundeseinrichtungen um die Zusammenarbeit trotz Brexit zu festigen. Im Gepäck haben wir auch eine druckfrische 48-seitige englischsprachige Brandenburg-Image-Broschüre.
Die Briten kehren mit dem Brexit der EU den Rücken zu und Brandenburg präsentiert sich in London. Wie passt das zusammen?

Unsere Entscheidung für diese Präsentation fiel lange vor dem Brexit. Aber gerade heute sage ich: Jetzt erst recht! Der Austritt Großbritanniens bedeutet einen großen Verlust für die Europäische Union. Umso mehr geht es jetzt darum, die EU weiterzuentwickeln. Europa ist mehr als eine Euro-Gemeinschaft mit unbegrenztem Handel.

Wir brauchen verstärkt eine soziale Gemeinschaft – und eine starke gemeinsame Außenpolitik. Brandenburg hat vielfältige und gute Beziehungen zu Großbritannien. Britische Unternehmen wie Rolls Royce schaffen Arbeitsplätze in Brandenburg. Unsere Wissenschafts- und Forschungslandschaften sind eng verbunden. Der Brexit darf das nicht belasten. Unsere Kontakte müssen auch in Zukunft stabil bleiben.
Eine ganze Reihe brandenburgischer Unternehmen hat enge Kontakte zu Großbritannien. Die Prignitzer Nordgetreide Falkenhagen GmbH hat sogar eine spezielle Cornflakes-Variante für den britischen Markt entwickelt. Befürchten Sie wirtschaftliche Auswirkungen durch den Brexit?
Solche Produkte wie die aus Falkenhagen sind natürlich großartige Marktideen. Es freut mich, wenn sie erfolgreich sind. Der Brexit wird natürlich Veränderungen mit sich bringen. Daher werden wir Brandenburg als einen verlässlichen, kompetenten und perspektivenreichen Standort für britisches Engagement präsentieren.

Ausdrücklich soll den britischen Unternehmern vermittelt werden, dass Brandenburg auch unter veränderter Konstellation weiterhin am Ausbau der bisherigen Partnerschaft interessiert ist. Geplant ist, dass wir eine Vielzahl von Gesprächen mit den bereits in Brandenburg ansässigen Unternehmen führen.
Welche Möglichkeiten hat die Landesregierung, britische Investitionen zu begleiten?
Unsere Wirtschaftsförderung bietet eine ausgezeichnete Betreuung von Unternehmen, die in Brandenburg investieren wollen. Für die Briten gelten dieselben Bedingungen wie für Unternehmen aus anderen Staaten – egal ob EU-Mitglied oder nicht. Dazu gehören natürlich auch spezielle Förderprogramme.

Darauf hat der Brexit keinen direkt Einfluss. Allerdings können sich andere Rahmenbedingungen wie zum Beispiel Zölle verändern und damit Kosten für britische Unternehmen bedeuten.

Haben Sie persönlich in der Nacht der Abstimmung an den Brexit geglaubt?
Ich habe das Ergebnis befürchtet, aber auf ein anderes gehofft. Es war schlimm, wie schamlos die Brexit-Befürworter in ihren Kampagnen schlicht gelogen haben. Sie sind mit billigstem Populismus auf Stimmenfang gegangen. Das wird für Großbritannien teuer und für Europa traurig. Und damit sage ich auch generell: Populismus führt in die Sackgasse.
Mehr als fünf Prozent aller ausländischen Touristen kommt aus England. Was zieht Sie Ihrer Meinung nach an und mit welchem touristischen Angebot oder Geheimtipp könnten wir noch mehr Briten anlocken?
Den Übernachtungszahlen zufolge liegt Großbritannien auf Platz 4 der ausländischen Touristen in Brandenburg. Besonders in den letzten Jahren hatten wir eine positive Entwicklung. Im Jahr 2016 wurden knapp 53 000 Übernachtungen aus Großbritannien bei uns gezählt. Von Januar bis Juni 2017 gab es einen Zuwachs von knapp fünf Prozent. Das sind gute Zahlen. Highlights sind natürlich unsere Schlösser, ob nun in Potsdam oder in der Prignitz oder der Lausitz. Das lieben die Briten. Was ich immer empfehlen kann: Aktivurlaub per Rad oder Boot in unserer wunderbaren Landschaft. Immer wichtiger wird auch der barrierefreie Tourismus.

Wie lautet Ihr Geheimtipp für einen Besuch auf der Insel?
Leider bin ich viel zu selten in diesem schönen Land. Wenn ich in London bin, gehe ich gerne in die königlichen botanischen Gärten (Kew Gardens), einer Oase inmitten der Metropole, oder ich verschaffe mir mit dem „Londoneye“ einen Überblick über diese faszinierende Stadt.
Was mögen Sie an England und wie halten Sie es mit Fish and Chips?
Die britische Kultur ist sehr vielfältig und hat außerordentlich viel zu bieten. Ich schätze sehr den britischen Humor. Küche ist deutlich besser als ihr Ruf. Zwischendurch dürfen es auch mal Fish and Chips sein. Aber nicht zu viel. Das geht zu schnell an die Hüfte.

Mögen Sie uns Ihre Schulnote in Englisch verraten?
Das weiß ich nicht mehr, aber ich habe Sprachen in der Schule gemocht; meine Englischlehrerin konnte sich nicht beklagen. Es gab privat und beruflich immer wieder Gelegenheit, englisch zu sprechen, so dass ich im Smalltalk gut ´über den Acker` komme und auch eine Rede leidlich frei auf Englisch halten kann.

In welchem Land könnten Sie sich die nächste Präsentation vorstellen?
Wir haben viele gute und wichtige Partner. Aber entschieden ist noch nichts.

Der Prignitzer wird es rechtzeitig erfahren.

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