Zukunft des Bahnverkehrs : Wenn der Zug ständig zu voll ist

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Der Landtag debattiert den Schienenverkehr – Nahverkehrsstrecken bleiben

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29. Juni 2017, 05:00 Uhr

Wer morgens mit der Bahn nach Berlin fährt, erlebt es immer wieder: Überfüllte Regionalzüge, in denen zuweilen nur noch Stehplätze oder Klappsitze im Gepäckabteil zu finden sind. Über die Tatsache, dass sich daran etwas ändern muss, waren sich alle Fraktionen im Potsdamer Landtag gestern einig. In einer aktuellen Stunde hatten sie auf Antrag der SPD-Fraktion die Situation des Schienenpersonenverkehrs beraten. „Die VBB-Korridoruntersuchungen haben deutlich gemacht, dass wir handeln müssen“, sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Jutta Lieske.

„Ich habe auf die Druckertaste gedrückt und mir ihren Antrag durchgelesen“, sagte der CDU-Abgeordnete Rainer Genilke. „Ich habe gedacht, der Inhalt ihres Antrags stünde auf der zweiten Seite – aber es gab keine zweite Seite.“ So fanden die von der Cottbuser SPD-Abgeordneten Kerstin Kircheis geforderten Umbauten am Nadelöhr Königs Wusterhausen und der eingleisigen Strecke Cottbus-Lübbenau im Antrag keinen Platz, ebenso das von der Linken-Abgeordneten Anita Tack angemahnte Einwirken der Landesregierung auf die Bahnhersteller, damit nach Abschluss der nächsten Ausschreibungen genügend funktionsfähige Züge zur Verfügung stehen.

Genilke sprach sich analog zum Nahverkehrskonzept der CDU erneut für Metropolen-Expresse, die Berlin ohne Halt mit der Peripherie verbinden sollen, sowie schnellere Regionalverbindungen aus. Grünen-Abgeordneter Michael Jungclaus nannte die Verkehrssituation „Massentierhaltung in Zügen“.

Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) begrüßte die hohen Fahrgastzahlen. Die Ausschreibung der Bahnlinie Cottbus-Berlin sei von 2500 Reisenden am Tag ausgegangen. Derzeit seien es 5000 in Cottbus und 8000 in Königs Wusterhausen. Das Angebot müsse ausgeweitet werden. Im Land würden alle Nahverkehrsstrecken langfristig benötigt und weiterhin bedient. Auch die Nebenbahnen in der Prignitz könnten auf zwölf Jahre ausgeschrieben und so auf eine langfristige Basis gestellt werden – auch wenn es dort weniger als 1000 Ein- und Aussteiger am Tag gebe.

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