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Kriminalität Brandenburg : Weniger Straftaten - mehr Gewalt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Trotz positiver Entwicklungen gibt es Anlass zur Sorge

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Die Zahl der registrierten Straftaten in Brandenburg ist im Vorjahr leicht gesunken. Doch bei Gewaltdelikten wie Mord, Körperverletzung und Raub habe es einen deutlichen Anstieg um 15,6 Prozent auf knapp 4800 Fälle gegeben, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) gestern bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016. Diese weist knapp 186 000 registrierte Straftaten aus. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von weiteren 1,3 Prozent. 2015 war die Zahl der erfassten Straftaten gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 188 264 gesunken. Die Aufklärungsquote blieb mit 53 Prozent fast gleich (plus 0,5 Prozent). Jedoch wurden 67 127 Tatverdächtige, rund 650 mehr ,ermittelt als 2015.

Erfreulich ist ein Rückgang bei Wohnungseinbrüchen, deren Zahl um 5,8 Prozent auf 4180 sank. Dagegen wurden wieder mehr Autos gestohlen. Die Polizei registrierte 2861 Fälle - ein Plus von 11,2 Prozent.

Nach Angaben von Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke resultiert der Anstieg der Gewaltdelikte vor allem auf gewalttätige Auseinandersetzungen unter Asylbewerbern in deren Unterkünften. „Außerhalb der Heime wurden kaum derartige Fälle registriert“, sagte er. Dies gelte auch für Sexualdelikte. „Die Lage in den Heimen hat sich aber durch die rückläufige Zahl der Asylbewerber entspannt“, sagte Schröter. Zudem wurden Häuser für alleinreisende Frauen und Kinder eingerichtet, die getrennt von alleinreisenden Männern untergebracht werden. Dazu gehören „Frauenhäuser“ für Opfer von häuslicher Gewalt. Das Innenministerium kann nun Angehörige von verfeindeten Volksgruppen getrennt unterbringen.

Besorgniserregend sei die wachsende Gewalt gegen Polizisten, so der Minister. Beamte im Einsatz würden beleidigt, bespuckt und körperlich angegriffen. Erstmals seien mehr als 1000 Fälle gezählt worden. „Das zeigt, dass wir Polizisten und andere Einsatzkräfte besser schützen müssen - durch eine Verschärfung der Strafandrohung“, betonte Schröter. „Wer sich dieser im Bundesrat eingebrachten Initiative verschließt, verschließt die Augen vor Straftaten gegen Beamte und will sie auch nicht besser schützen.“

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Andreas Schuster, forderte ein Umdenken der Bürger. „Polizisten und Helfer dürfen nicht zum Ablassventil von Gewalt und Aggressionen werden. Besonders erschreckend ist die Verdoppelung der Fälle der gefährlichen und schweren Körperverletzung von 23 im Jahr 2015 auf 46 im Vorjahr.“

Von dem geringen Rückgang der Straftaten dürfe sich niemand täuschen lassen, betonte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Riccardo Nemitz.  

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