Weniger Autounfälle von Jugendlichen

Unfälle mit Jugendlichen, wie hier vor zwei Jahren in Schönwalde, sind seit 2012 deutlich zurückgegangen.
Unfälle mit Jugendlichen, wie hier vor zwei Jahren in Schönwalde, sind seit 2012 deutlich zurückgegangen.

Verkehrssicherheitsprogramm des Landes mit gezielter Aufklärungsarbeit greift

svz.de von
11. Mai 2019, 05:00 Uhr

Weniger Unfälle, mehr Sicherheit – das sind die Ziele des „Integrierten Verkehrssicherheitsprogramms für das Land Brandenburg 2024“. Die Ergebnisse des im Jahr 2014 verabschiedeten Konzepts hat Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) gestern in Potsdam präsentiert. Sie hob positiv hervor, dass die Zahl der Unfälle von alkoholisierten Jugendlichen seit 2012 um 38 Prozent zurückgegangen sei. Dieses Ergebnis habe auch mit guter Aufklärungsarbeit in Form von Plakataktionen und Werbespots zu tun. Aufklärungsaktionen sind seit Beginn der 90er-Jahre ein wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit im Land. Sie haben mit dazu beigetragen, dass beispielsweise die Zahl der Getöteten um 84 Prozent gesenkt werden konnte. Die Präventionsarbeit wird fortgesetzt und weiterentwickelt. Im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne „Lieber sicher. Lieber leben.“ werden Aktionen für alle Altersgruppen durchgeführt.

Problematisch sei die Gruppe der über 75-Jährigen. Hier sei die Zahl der Unfälle von 2012 bis 2018 um 68 Prozent gestiegen. „Deshalb brauchen wir Konzepte, die Senioren helfen, sicherer im Verkehr unterwegs sein zu können. Der Straßenverkehr wird sicherer, wenn alle die Regeln beachten und sich aufmerksam verhalten“, so die Ministerin.

Auf 64 Seiten listet das Programm eine Reihe von Maßnahmen und Zielen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf. Wichtig seien demnach vor allem Aufklärungsarbeit, Verkehrsüberwachung und Investitionen in die Straßeninfrastruktur. Ausgehend von 2012 soll bis 2024 die Zahl der Unfalltoten um 40 Prozent sinken. Die Zahl der Schwerverletzten und die Zahl der Personenunfälle wegen Tempo- und Drogenverstößen will das Ministerium bis 2024 um 50 Prozent reduzieren. „Die Ergebnisse der Auswertung sind in einigen Bereichen erfreulich. Sie zeigen, dass die Präventionsarbeit und Kontrollen der Polizei, die Aktionen der Landesverkehrssicherheitskampagne, der Verkehrswachten und aller anderen Akteure wirksam sind“, stellte Schneider fest.

Dietmar Sturzbecher, Direktor des Instituts für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Uni Potsdam (IFK e.V.) und Herausgeber des Bericht zum Unfallgeschehen im Land, sagte dazu: „Wir haben Zusammenhänge zwischen verschiedenen Gruppen von Unfallbeteiligten, der Unfallschwere, der Ortslage und weiteren Unfallmerkmalen untersucht. Auch die Unfallursachen wurden in Bezug zu den Altersgruppen ausgewertet. Im Ergebnis wird klar, wie das Verkehrssicherheitsprogramm weiterentwickelt und noch besser an die Zielgruppen angepasst werden muss und in welchen Gruppen neue Formen der Aufklärungs- und Präventionsarbeit erforderlich sind.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen