Wende im „Mordfall ohne Leiche“: Angeklagte von U-Haft verschont

Strafkammer verschont Angeklagte von Untersuchungshaft

svz.de von
12. Dezember 2013, 00:36 Uhr

Knapp sieben Monate nach Beginn des Mordprozesses um das Verschwinden einer hochschwangeren Jugendlichen ist eine der Angeklagten auf freiem Fuß. Das Landgericht Neuruppin setzte am Dienstag die Haftbefehle gegen die 60-Jährige aus Hennigsdorf und ihren Sohn (34) außer Vollzug, sagte eine Sprecherin. „Das Gericht möchte dies jedoch nicht als Bewertung des Tatverdachts bewertet wissen.“ Angesichts der Dauer des Verfahrens gehe es um die Verhältnismäßigkeit. Anders als seine Mutter, ist der Mann zunächst weiter in Haft. Gegen ihn liegt laut Gericht ein weiterer Haftbefehl vor.

Der 34 Jahre alte Ex-Freund der verschwundenen jungen Frau ist wegen Mordes angeklagt. Seiner Mutter wird Anstiftung dazu vorgeworfen. Die 60-Jährige soll ihren Sohn und einen Bekannten dazu angehalten haben, die 17-Jährige am 3. Juli 1997 umzubringen. Die Leiche der jungen Frau aus Leegebruch (Oberhavel) ist bis heute verschwunden.

Das Verfahren gegen den dritten Angeklagten war zu Beginn des Prozesses wegen des schlechten Gesundheitszustandes des 79-Jährigen abgetrennt worden. Laut Sachverständigem ist er verhandlungsfähig.

Seit vergangenen Mai versucht das Landgericht Neuruppin den „Mord ohne Leiche“ aufzuklären. Die Angeklagten schweigen. Der Indizienprozess kommt nur mühsam voran. Ein Urteil ist bislang nicht absehbar. Das Gericht hatte zuletzt weitere Termine bis Ende Januar 2014 festgelegt.

Die Angeklagten waren früh ins Visier der Ermittler geraten – doch die Indizien reichten nicht aus. Seit 2012 glaubt die Staatsanwaltschaft aber, das Trio doch noch überführen zu können. Die Polizei hatte den Fall auch mit Hilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ noch einmal aufgerollt. Dabei hatte sich der Verdacht gegen die Beschuldigten erhärtet.

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