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Oranienburg : Weltkriegsbombe wird entschärft

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nicht schon wieder: Erneut muss der Kampfmittelräumdienst in Oranienburg anrücken.

Rund drei Monate nach der Entschärfung von vier Weltkriegsbomben steht in Oranienburg der nächste Einsatz des Kampfmittelräumdienstes an. Heute soll eine 250 Kilogramm schwere Bombe mit chemischem Langzeitzünder in der südlichen Innenstadt unschädlich gemacht werden, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Dafür wird ab 8.30 Uhr ein Sperrkreis von einem Kilometer um die Fundstelle errichtet. 12 000 Menschen müssen ihre Wohnung verlassen. Mit einer Entwarnung wird im besten Fall für 15 Uhr gerechnet.

Von der geplanten Entschärfung betroffen sind sieben Kitas und Horte, fünf Schulen, das Krankenhaus, eine Seniorenresidenz und beide S-Bahnhöfe der Stadt. Die Bahn richtet einen Schienenersatzverkehr nach Birkenwerder ein. Anwohner können während der Sperrung im Regine-Hildebrandt-Haus im Zentrum und in der Mehrzweckhalle im Ortsteil Germendorf unterkommen. Ein Shuttle-Service wird angeboten.

In Oranienburg waren zuletzt Ende November vergangenen Jahres vier Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht worden. Die Blindgänger hatten alle auf dem gleichen Grundstück gelegen - in acht Meter Tiefe. Die Entschärfung war schwierig. Zwei der Sprengkörper lagen übereinander. Der Kampfmittelräumdienst war bis in die Nacht im Einsatz.

Seit 1990 wurden in Oranienburg etwa 190 Bomben gefunden. Bis zu 300 weitere werden noch im Erdreich vermutet. Rund 20 000 Bomben sollen im Zweiten Weltkrieg auf die Stadt abgeworfen worden sein.

Oranienburg war damals ein großer Standort der Rüstungsindustrie. Unter anderem gab es dort ein großes Flugzeugwerk, in dem Tausende KZ-Häftlinge arbeiten mussten.

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