Potsdam : Weltkriegsbombe legt Potsdam lahm

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Blindgänger musste gesprengt werden / Zunächst keine Hinweise auf Schäden

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27. Juni 2020, 05:00 Uhr

Mitten in Potsdams Innenstadt ist am Freitag in der Havel eine Weltkriegsbombe kontrolliert gesprengt worden. Die Fünf-Zentner-Bombe war am Dienstag bei einer systematischen Suche nahe der Freundschaftsinsel in drei Metern Tiefe am Grund des Flusses entdeckt worden. Hinweise auf Schäden lagen zunächst nicht vor.

Sprengmeister Mike Schwitzke hatte am Vormittag entschieden, dass der Blindgänger nicht entschärft werden könne, sondern am Fundort gesprengt werden müsse. Zur Dämmung der Detonation und als Schutz gegen Splitter positionierte das Technische Hilfswerk daraufhin ein Floß aus Stroh über dem Sprengkörper.

Insgesamt 13 000 Menschen im Sperrkreis mit einem Radius von 800 Metern um den Fundort hatten am Morgen ihre Wohnungen verlassen müssen. Unter anderem wurden drei Seniorenheime, fünf Kitas, der Hauptbahnhof, mehrere Museen und die Staatskanzlei geräumt und zwei Brücken über die Havel gesperrt. Regionalbahnen wurden umgeleitet und die S-Bahn der Linie S7 startete und endete am S-Bahnhof Babelsberg.

Der Straßenbahn- und Busverkehr wurde eingestellt sowie der Autoverkehr weiträumig umgeleitet. Auch zwei Brücken über die Havel musten gesperrt werden.

Die Sprengung verzögerte sich immer wieder, weil Menschen versuchten, in den Sperrkreis einzudringen, wie Stadtsprecherin Christine Homann berichtete. Sie wurden dort von der Polizei herausgeholt. In sieben Fällen hätten sich Bewohner zunächst geweigert, ihre Wohnungen zu verlassen. „Auch da musste mitunter die Polizei hinzugezogen werden“, sagte Homann. Am Nachmittag sorgte dann noch ein schweres Gewitter über Potsdam für weitere Verzögerungen. Erst um 14.45 Uhr konnte der Einsatzleiter Kai Lange den Sperrkreis freigeben,um 14.59 Uhr erfolgte schließlich die Sprengung.

Rund 450 Mitarbeiter der Stadt sowie 220 Rettungskräfte der Feuerwehr, der Polizei und anderer Hilfsorganisationen hatten den Sperrkreis am Freitagvormittag von 8 Uhr in der Landeshauptstadt an geräumt und abgesichert.

„Vielen Dank für Ihren Einsatz, der heute angesichts der Wetterbedingungen - erst extremer Hitze und dann im Gewitter - besonders herausfordernd war“, bedankte sich die städtische Beigeordnete für Ordnung und Sicherheit, Brigitte Meier. „Sie alle haben dazu beigetragen, dass die Maßnahme erfolgreich verlaufen ist.“ Es war die 203. Fliegerbombe, die seit der Wende in Potsdam entdeckt und geräumt wurde.

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