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Landesbauernversammlung : Weitere Hilfen für Landwirte

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bei Milch und Milchprodukten gehen die Preise immer weiter in den Keller. Auch für Schweinefleisch gibt es weniger Geld.

Brandenburger Landwirte sehen sich durch das Russland-Embargo zunehmend in großer Not. „Wir brauchen dringend frisches Geld und Unterstützung durch die Politik“, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, am Freitag auf der Landesbauernversammlung in Paaren/Glien (Havelland).Von den Agrarministern der Länder geforderte Liquiditätshilfen des Bundes müssten kommen – und nicht über Umwege, verlangte Wendorff. „Es kann nicht sein, dass wir die Zeche für politische Entscheidungen zahlen.“ Wichtig sei das baldige Ende des Embargos. Zugesagte Fördermittel für erbrachte Umweltleistungen müssten endlich pünktlich ausgezahlt werden.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte an, dass das Land 2017 heimi-sche Produkte in der Förderpolitik wieder mehr in den Fokus rücken wird. Auf allen politischen Ebenen werde den angeschlagenen Betrieben unter die Arme gegriffen. Aus dem Liquiditätsprogramm des Bundes seien 800 000 Euro geflossen. In der Förderperiode bis 2020 stünden für Brandenburg 17 Millionen Euro aus Kassen der EU und des Landes bereit, um Einkommensverluste und Zusatzkosten für Agrarbetriebe strukturschwacher Regionen abzufedern.

Bundesweit müssen laut Bauernverband die Landwirte bisher allein bis zu 800 Millionen Euro Verluste durch entgangene Geschäfte mit Russland tragen. Auf Brandenburgs Bauern entfallen den Angaben zufolge davon etwa zehn bis zwölf Prozent.

Es gebe eine neue Runde des Preisdumpings bei Milch, so der Verband. Bei einem Verkaufspreis von 46 Cent pro Liter und 70 Cent für 250 Gramm Butter im Discounter könne kein Milchbauer die Kosten decken. Der Landwirt werde als billiger Lieferant gesehen, bei dem sich alle bedienten. Es gebe es immer höhere Anforderungen an das Tierwohl, aber die Erzeugerpreise würden gnadenlos gedrückt, klagte der Verband.

„Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Betriebe die Lasten nicht mehr tragen können und sich aus der Milchproduktion verabschieden“, sagte Wendorff. Einige seien bereits ausgestiegen. Der drohende Strukturwandel in der Landwirtschaft sei nicht zu unterschätzen. Es fielen Arbeitsplätze weg. Fremde Investoren wollten Betriebe und Ackerland übernehmen.

In Brandenburg gibt es rund 5600 Agrarbetriebe. Davon sind 1400 im Landesbauernverband organisiert.

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erstellt am 07.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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