Drohnen aus Strausberg : Weiter im Aufwind

Gut gerüstet: Sowohl bei Nutzflugzeugen als auch bei Sportflugzeugen sind die Auftragsbücher bei der Stemme AG gefüllt. Hier zeigt Thilo Harsdorf eine auslieferungsfertige S 12.
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Gut gerüstet: Sowohl bei Nutzflugzeugen als auch bei Sportflugzeugen sind die Auftragsbücher bei der Stemme AG gefüllt. Hier zeigt Thilo Harsdorf eine auslieferungsfertige S 12.

Nach Großauftrag aus Frankreich sieht sich Strausberger Unternehmen für Motorsegler gut aufgestellt.

svz.de von
25. August 2016, 18:31 Uhr

Nach mageren Jahren sieht sich die Stemme AG aus Strausberg (Märkisch-Oderland) inzwischen deutlich besser aufgestellt. Ein Tochterunternehmen hat einen Großauftrag über 15 Motorsegler des Typs ES 15 an Land gezogen. Bei den Sportflugzeugen will die Stemme AG in diesem Jahr 20 Flugzeuge verkaufen.

Paul Masschelein zeigt sich entspannt. Die Geschäftslage sei weit besser als vor einigen Jahren, sagt der Geschäftsführer der Stemme AG, die in der Welt bei Hochleistungsmotorseglern einen Spitzenplatz einnimmt. „Wir sind bis nächsten Mai ausgebucht“, setzt der Belgier hinzu. Eigentlich müsse Stemme die Kapazitäten erhöhen, aber das brauche Platz. Und den will man schnell schaffen. Der Bau einer großen Halle direkt am Rollfeld ist schon seit einigen Jahren im Gespräch, nun soll das Großprojekt angegangen werden.

Inzwischen sei das 17 000 Quadratmeter große Grundstück gekauft. Wenn alles gut läuft, werde die 120 mal 40 Meter große Halle im Dezember 2017 eingeweiht. Dort sollen dann alle Abteilungen unter einem Dach vereint werden – von der Endmontage über die Instandhaltung, Entwicklung und den Vertrieb bis zur Verwaltung.

Dann geht auch die Ecarys GmbH an den alten Standort zurück. Die hundertprozentige Tochter der Stemme AG ist mit dem Bau von Nutzflugzeugen des Typs ES 15 befasst, die zusammen mit der TU Dresden entwickelt worden sind. In diesem Jahr hat das Unternehmen bereits 17 Bestellungen für diese Drohnen erhalten, davon 15 vom französischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Safran, mit dem die Stemme AG seit Jahren zusammenarbeitet. Die Motorsegler werden entsprechend der Kunden und Einsatzzwecke mit individueller Überwachungstechnik ausgestattet – in diesem Fall für die französische Armee. Die Maschinen seien für den unbemannten Einsatz vorgesehen, sagt Masschelein. Bemannte Varianten würden auch nachgefragt, beispielsweise vom polnischen Grenzschutz.

Der Stemme-Geschäftsführer sieht bei den Drohnen für die Zukunft „erhebliches Potenzial“. Daher sucht das Unternehmen auch noch fünf Ingenieure zur Verstärkung des Teams mit derzeit 68 Mitarbeitern.

Bei allen optimistischen Aussichten für den Drohnen-Bau soll die Sparte der Sport- und Privatflugzeuge nicht vernachlässigt werden. Nach wie vor ist die S 10 ein Dauerbrenner. Von dem Motorsegler sind weltweit rund 270 Exemplare zum Stückpreis von bis zu 350 000 Euro verkauft worden. Inzwischen läuft ihr die neue S 12 allmählich den Rang ab. In drei von vier Fällen würden Kunden mittlerweile die S 12 kaufen, weiß Masschelein und kündigte mit der S 10 S gleich noch eine Weiterentwicklung an.

Dafür sei die Produktion der S 6 eingestellt worden, bei der man anders als bei S 10 und S 12 die Propeller nicht einziehen kann. Das Marktinteresse sei einfach zu gering gewesen, heißt es dazu. Die Privatkunden mit den nicht ganz kleinen Geldbeuteln sitzen in erste Linie in den USA, wohin monatlich im Schnitt eine Maschine ausgeliefert werde. Dann folge – schon mit Abstand – Europa mit Deutschland und Frankreich an der Spitze. China werde noch ein paar Jahre brauchen, glaubt der Stemme-Chef, der in Südamerika auf Brasilien setzt.

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