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Weiterbildung : Weiter hohe Nachfrage nach Schulleitern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Führung hunderter Schüler und eines Kollegiums muss gelernt sein. Dafür gibt es seit 2007 ein Institut

Lehrer, die sich in Berlin und Brandenburg zu Schulleitern weiterbilden wollen, müssen lange auf einen Platz warten. „Wir haben deutlich mehr Bewerber für die Qualifizierung, als wir unterbringen können, die Wartezeiten bei unseren Kursen sind oft länger als ein Jahr“, sagt Götz Bieber mit Blick auf den Mangel an Schulleitern in Brandenburg und Berlin. Der 59-Jährige ist Direktor des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg in Ludwigsfelde, das seit zehn Jahren für beide Bundesländer Führungskräfte in Schulen und in der Schulaufsicht ausbildet. Das Interesse ist groß.„Wir haben in den letzten Jahren jeweils über 100 Pädagogen für die Schulleitung qualifiziert“, sagt Bieber.

Und das ist nötig: „Beide Länder suchen massiv Lehrer - aber auch massiv Schulleiter“, so Bieber. 25 Jahre nach der Wende gehen viele altgediente Kräfte in den Ruhestand. Nach Angaben des Bildungsministeriums wird in Brandenburg jede zwölfte der rund 750 Schulen im Land kommissarisch geführt. Auch in Berlin sind Führungskräfte dringend gesucht. „Angesichts des großen Interesses an unseren Angeboten bin ich aber optimistisch, dass sich das bald lösen wird“, so Bieber.

Ein Vorteil der gemeinsamen Fortbildung für die Lehrer ist: Sie können sich in beiden Ländern für die Schulleiterposten bewerben. Seit vier Jahren bietet das Institut die Fortbildung auch „vor dem Amt“ an. „Früher stiegen gute Lehrer ohne weitere Ausbildung zu Schulleitern auf“, sagt Bieber. „Inzwischen hat sich aber durchgesetzt, dass die Qualifizierung vor dem Amt besser ist.“ Daneben werden langjährige Schulleiter fortgebildet.

Das Institut entwickelt die Rahmenlehrpläne für die Schulen und die zentralen Prüfungsaufgaben. Unlängst waren Vorwürfe laut geworden, die Prüfungsaufgaben seien in Berlin und Brandenburg leichter als in den südlichen Bundesländern. Damit seien die Leistungen der Schüler bundesweit nicht vergleichbar. Ein Vorwurf, den Bieber nicht stehen lassen will. „Die Aufgaben werden anhand der Lehrpläne erstellt und in mehreren Schleifen von Fachleuten überprüft“, betont er.

Zentrale Prüfungsaufgaben für alle Bundesländer seien wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen nicht machbar. „Aber für die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik gibt es von diesem Schuljahr an einen Pool von Prüfungsaufgaben beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, aus dem sich alle Bundesländer bedienen können“, so Bieber.

Das Institut stellt über einen Bildungsserver Unterrichtsmaterial bereit. „Ein wachsender Bereich ist das Lernen mit und über digitale Medien“, so Bieber. Schüler können in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern über Nachrichten aus dem Netz diskutieren, in Physik werden technische Möglichkeiten der Handys wie Sensoren und GPS genutzt. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit Hassmails, falschen Nachrichten, Mobbing und Gewaltprävention.

8,6 Millionen Euro stellen Berlin und Brandenburg je zur Hälfte für das Institut bereit, das 2007 per Staatsvertrag gegründet wurde.

 

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