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Wohnsiedlung der SED-Führung : Wandlitz wird Denkmal

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Aus der Onlineredaktion

Die frühere Wohnsiedlung für die SED-Führung ist doch erhaltenswürdig

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Einst lebten hier Honecker, Ulbricht und Co: Die Wohnsiedlung der früheren SED-Parteiführung in Wandlitz (Barnim) steht ab Juni unter Denkmalschutz. Bis dann solle das Verfahren abgeschlossen sein, sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg gestern in Berlin. Das Areal wird heute von der Brandenburg-Klinik für Neurologie und Psychosomatik genutzt.

Der Denkmalschutz wird nach Angaben von Drachenberg mit städtebaulichen Ansätzen begründet. Einst hatte die Behörde den Denkmalschutz-Status für das Areal abgelehnt. Das Gebäude-Ensemble weise keine architektonischen Besonderheiten auf, hieß es damals. Zudem sei mit dem Abbau der Umzäunung der Charakter der Siedlung verschwunden.

Im bis zur Wende abgeschotteten und bewachten Privatrefugium lebten 23 Familien der DDR-Partei- und Staatsführung. Die Siedlung entstand 1958 nur 40 Kilometer von Berlin-Mitte entfernt. Für die Bewohner war Wandlitz ein abgeschirmter goldener Käfig. Das Leben dort hatte nichts mit dem Alltag der DDR-Bürger zu tun.

Die privilegierten Mieter konnten unter anderem auf Hausangestellte zurückgreifen. In einer eigenen Kaufhalle waren West-Produkte im Angebot, aber auch Dinge, die im sozialistischen Handel kaum zu bekommen waren.

In den Häusern wohnte bis zur Wende unter anderem DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker mit seiner Familie. Die Inneneinrichtung war eher spießig - jedoch gab es eine Badausstattung aus dem Westen, von der normale DDR-Bürger nur träumen konnten. Auch Kino, Sauna, Schwimmbad und Restaurant gab es.

Derzeit wird nach Angaben von Landeskonservator Drachenberg geprüft, ob das frühere Wohnhaus von Walter Ulbricht zusätzlich als Einzelgebäude Denkmal-Status erhält. „Es wird untersucht, welche Dinge noch original vorhanden sind“, sagte er. So wird geschaut, welche Bücher der noch vorhandenen Bibliothek aus seiner Zeit stammen.

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