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Brandenburg

21. November 2017 | 02:11 Uhr

Wälder kommen gut durchs warme Jahr

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bei den Böden zwischen Elbe und Oder sieht es allerdings weniger gut aus

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 00:38 Uhr

Brandenburgs Wälder sind in einem guten Zustand. Das ist das Ergebnis des jährlichen Waldzustandsberichts, den Forstminister Jörg Vogelsänger (SPD) gestern in Potsdam vorstellte. Vogelsänger bezeichnete die Baumbestände in den Wäldern seines Landes als vital. Spätfolgen des ungewöhnlich warmen Jahres seien allerdings nicht ausgeschlossen, sagte er bei der Vorstellung des Berichts.

Von den 808 Millionen Bäumen, die auf den 1,1 Millionen Hektar Wald in Brandenburg wachsen, haben demnach nur neun Prozent deutliche Schäden. Insbesondere die Eichen seien mit 19 Prozent Schäden in einem schlechteren Zustand als im Jahr zuvor, sagte der Waldschäden-Experte der Landesforstanstalt Eberswalde, Reinhard Kallweit. Dieser Wert habe sich gegenüber dem Vorjahr aber nicht verschlechtert. „Sie bleibt am stärksten gefährdet und braucht weiter unsere Hilfe“, stellte Kallweit klar.

Nötig wird künftig allerdings ein stärkerer Schutz des Waldbodens sein: Eine systematische Untersuchung des Bodens ergab einen Rückgang der wichtigen Nährelemente Kalium, Magnesium und Kalzium und einen immer noch zu hohen Stickstoffeintrag über die Luft. „Wir haben es mit einer ansteigenden Versauerung zu tun“, sagte der Leiter des Landeskompetenzzentrums Forst in Eberswalde, Michael Luthardt. Das könne mit weniger Ascheausstoß aus Kohlekraftwerken zu tun haben. Die Böden seien ärmer geworden. Insbesondere bei den nährstoffarmen Böden im Südosten Brandenburgs müssten künftig mehr Äste und Rinde im Wald verbleiben, um die so genannte Nährstoffnachhaltigkeit zu sichern. Eine Düngung des Waldbodens sei derzeit noch nicht nötig. Dafür müsse auch bei der Holzernte der Bodenschutz beachtet werden. „Man wird in Zukunft wieder mehr mit Pferden arbeiten“, sagte Michael Luthardt.

Der Naturschutzbund (Nabu) nannte in einer gestrigen Mitteilung den Zustand der Brandenburger Waldböden besorgniserregend. Er forderte von der Landesregierung Maßnahmen zur Reduktion der Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft. Sie seien ein großes Problem für die Gesundheit der Bäume und die Multifunktionalität der Wälder. Außerdem führe der hohe Nadelholzanteil zur Versauerung der Böden.

 

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