Brandenburg : Vorsorge vor dem nächsten „Heini“

Der Waldumbau ist landesweit ein großes Thema. In der Gemeinde Groß Pankow werden derzeit in diesem Rahmen Fichten gefällt.
Der Waldumbau ist landesweit ein großes Thema. In der Gemeinde Groß Pankow werden derzeit in diesem Rahmen Fichten gefällt.

Stiftung Naturschutz-Fonds Brandenburg lässt derzeit auf ihren Flächen zwischen Kreuzburg und Seddin Bäume fällen

svz.de von
27. November 2015, 00:34 Uhr

Das jüngste Sturmtief „Heini“ hat erst vor kurzem mancherorts Schäden angerichtet. Um vorzubeugen, lässt die Stiftung Naturschutz-Fonds Brandenburg seit kurzem zur Verkehrssicherung auf ihren Eigentumsflächen entlang der B 189 zwischen Kreuzburg und Retzin Bäume fällen. Dabei handelt es sich überwiegend um Fichten. Im Herbst kommenden Jahres wird neu gepflanzt.

„Wir lassen die Bäume einerseits aus Gründen der Verkehrssicherheit fällen, da viele der hier nicht heimischen Fichten nicht mehr standsicher sind“, erläutert Carina Maaß von der Landesnaturschutzstiftung. Aus Sicht des Naturschutzes soll diese Waldumbau-Maßnahme dazu beitragen, dass sich eine standorttypische Tier- und Pflanzenwelt entfalten kann, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Stiftung. In seiner Entwicklung profitieren würde davon insbesondere ein nahe gelegener Erlenbruch, ein wertvoller und nach europäischem Recht geschützter Lebensraum.

Im Herbst des kommenden Jahres sollen dann auf einem Streifen entlang der Bundesstraße 189 Sträucher als Vogelnährgehölze angepflanzt werden. Warum mit den Pflanzungen gewartet wird, begründet Carina Maaß folgendermaßen: „Im Frühjahr wollen wir aus Artenschutzgründen keine Unruhe auf der Fläche stiften. Darüber hinaus bietet der Herbst die besten Anwuchsbedingungen.“ Ob innerhalb der Fläche weitere Pflanzungen erfolgen, soll im Anschluss an die Fällungen entschieden werden. „Wir möchten erst einmal abwarten und schauen, wie sich die Natur von allein entwickelt“, verdeutlicht Carina Maaß.

Die Stiftung realisiert den Waldumbau in Zusammenarbeit mit der Bundesforst, in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Prignitz und dem Umweltministerium. Des Weiteren wird die Stiftung im gleichen Gebiet einen nahe gelegenen Kiefern-Fichtenbestand durchforsten lassen. Dabei wird ein etwa acht Meter breiter Streifen Nadelgehölze entlang der Straße gefällt und der restliche Bestand durchforstet. Das erfolgt als ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Maßnahme und dient zudem der Verkehrssicherung. Ökologisch wertvolle Horst- und Höhlenbäume bleiben indes stehen.

Der entstehende gehölzfreie Streifen entlang der B 189 soll der natürlichen Entwicklung überlassen werden, teilt die Stiftung Naturschutz-Fonds mit.

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