Was wird aus den Weihnachtsbäumen? : Von Glanz und Glitzer zu Brennholz und Dünger

Mitarbeiter der Stadtreinigung sammeln Weihnachtsbäume ein.
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Mitarbeiter der Stadtreinigung sammeln Weihnachtsbäume ein.

In Brandenburg werden in den nächsten Tagen tonnenweise Weihnachtsbäume eingesammelt. Und dann?

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12. Januar 2018, 05:00 Uhr

„Ihr habt aber einen schönen Baum“, diesen Satz hört man um die Weihnachtszeit häufiger. Doch so viel Bewunderung und Aufmerksamkeit der grünen Tanne in Lichterglanz und Lametta-Kleid auch zuteil wird, so kurz ist ihr Auftritt in der Weihnachtszeit.

Schon Anfang Januar wird sie am Straßenrand abgelegt. In Brandenburg sammeln Entsorgungsunternehmen die nackten Tannen seit dieser Woche ein. Doch was geschieht mit den Weihnachtsbäumen? In den meisten Brandenburger Städten und Gemeinden wird der Baum verbrannt oder kompostiert, etwa in Frankfurt (Oder). Bis Ende Januar werden die Bäume von der Straße eingesammelt – aber nur jene, die vollständig abgeschmückt sind. Sie werden dann verbrannt.

Die Tannen, die in den von der Stadt bereitgestellten Containern landen, werden kompostiert. Allein im Vorjahr waren das rund vier Tonnen. Die Bäume werden klein gehäckselt, zu einem großen Berg angehäuft und verrotten. „Nach etwa fünf Jahren haben wir frische Erde“, sagte Matthias Rudolph vom Betrieb „Naturerden und Recycling“. Genutzt werde diese als Begrünungs- oder Komposterde.

Auch in Cottbus enden die Weihnachtsbäume als Brennholz oder Pflanzendünger. Rund 45 Tonnen fallen hier pro Jahr an. Die Bäume werden dafür in zwei Zyklen pro Stadtgebiet eingesammelt. Nicht abgeschmückte Bäume bleiben stehen, sagte Stadtsprecher Jan Gloßmann. Diese würden bei einer Nachfolgetour eingesammelt, für die dann aber die Allgemeinheit zahlen müsse. Und einfach in den Wald stellen? „Das ist ganz sicher keine Lösung“, erklärte Gloßmann. Auf das Entsorgen im Wald drohen Bußgelder bis zu 100 Euro.

Rund 45 000 Bäume pro Jahr fallen Schätzungen der Stadt zufolge in Potsdam an. Sie werden in Recyclinganlagen verwertet. Gezählt habe man diese bisher nicht, sagte Sprecher Jan Brunzlow – wohl aber gewogen: Im Vorjahr waren es etwa 100 Tonnen. Die Bäume werden auch hier in Recyclinganlagen zerkleinert und kompostiert.

Wer plant, seinen Baum im eigenen Garten zu entsorgen, sollte ihn Brunzlow zufolge häckseln oder schreddern. Auch als Beetabdeckung eigneten sich die Zweige. Nicht erlaubt seien jedoch die früher in Nachbarschaften zelebrierten Weihnachtsbaumfeuer. Stattdessen könne eines der angemeldeten „Traditions- und Brauchtumsfeuer“ besucht werden. Diese finden in Zusammenarbeit mit freiwilligen Feuerwehren – etwa in den Ortsteilen Satzkorn, Bornim und Fahrland – statt.

Der Landkreis Barnim geht einen anderen Weg: Die Bäume werden im Holzheizkraftwerk „verbrannt und verstromt“, wie Ina Bassin von den Kreiswerken Barnim sagte. Im Vorjahr wurden knapp 7000 Tannen eingesammelt. Für die Abholung gibt es genaue Vorgaben: „Nicht größer als drei Meter, nicht dicker als zehn Zentimeter“, erklärte Bassin. Sonst gelte der Baum nicht mehr als Bioabfall, sondern als Holzmüll und müsse zerschnitten zur Mülldeponie gebracht werden.

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