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Abitur in Brandenburg : Von fünf auf zwei Leistungskurse

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Landesschulbeirat Brandenburg einigt sich über die Reform des viel kritisierten Systems bei der Abiturstufe

svz.de von
erstellt am 07.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Ab Sommer 2018 wird in Brandenburg schrittweise ein neues Leistungskurssystem für die Abiturstufe eingeführt. Über letzte Details hat der Landesschulbeirat eine Einigung erzielt. Wichtigste Neuerung: Statt bisher fünf müssen die Schüler künftig lediglich zwei Leistungskurse belegen.

Das jetzige System haben vor allem die Schüler seit seiner Einführung im Jahre 2009 immer wieder kritisiert. Die in anderen Bundesländern unübliche Pflicht, fünf Leistungskurse zu belegen, führte zu einer enormen Arbeitsbelastung. „Außerdem sind es gar keine richtigen Leistungskurse, weil alle drin sitzen“, betont Ireen Beyer, Sprecherin des Landesschülerrats. Sie begrüßt deshalb die Neuerungen, die eigentlich eine Rückkehr zur Situation vor der Reform seien.

Im Landesschulbeirat haben Eltern- und Schülervertreter mit dem Ministerium nun in letzten strittigen Punkten Kompromisse erzielt. „Es wurden die richtigen Entscheidungen getroffen“, findet Wolfgang Seelbach, der Sprecher des Landeselternrats.

Leistungskurse werden künftig mit fünf Wochenstunden, Grundkurse mit drei Wochenstunden unterrichtet. Eine neu zu lernende Fremdsprache wird hingegen in jedem Fall mit vier Wochenstunden vermittelt, ebenso der Grundkurs Mathematik. Letzteres war dem Landesschülerrat eigentlich zu viel. Er plädierte für drei Stunden Mathe im Grundkurs. „Zum Wohle jener Schüler, die sich mit diesem Fach schwer tun“, sagt Ireen Beyer. Das Ministerium pochte auf die vier Stunden, wollte den Schulen aber die Wahl lassen. Das wiederum lehnte der Schülerrat mit Blick auf einheitliche Bedingungen für alle Jugendlichen ab. Deshalb vier Stunden im Grundkurs. Nicht durchsetzen konnte sich der Landesschülerrat mit seiner Forderung nach einem verpflichtenden dritten Leistungskurs Politische Bildung.

Das erste Leistungskursfach ist nach Informationen des Ministeriums entweder Deutsch oder eine fortgeführte Fremdsprache oder Mathematik. Das zweite wählen die Jugendlichen aus dem Angebot der Schule beziehungsweise mit Blick auf ihre spätere berufliche Orientierung.

Die bislang obligatorische Belegung einer zweiten Fremdsprache während der gesamten gymnasialen Oberstufe entfällt, sofern eine Fremdsprache sechs und eine zweite vor dem Eintritt in die Abiturstufe vier Jahre erlernt wurde. Die Gesamtzahl der Wochenstunden beim Abi soll weiter bei circa 33 liegen.

Lobend hebt der Landesschülerrat hervor, dass die Gymnasiasten durch ihre Fächerwahl Schwerpunkte bilden können: Fremdsprache, Naturwissenschaft/Technik oder Gesellschaftswissenschaft. Auch ein berufsorientierter Fokus auf Sozialwesen, Technik oder Wirtschaft ist möglich. So wolle man individuellen Neigungen und Stärken der Schüler Rechnung tragen und den Schulen eine Profilierung ermöglichen, erklärt das Ministerium.

Wie bisher soll es drei schriftliche Abiturklausuren und eine mündliche Prüfung geben. Die Klausuren werden in den beiden Leistungskursfächern und in einem Grundkursfach geschrieben. Unter allen vier Prüfungsfächern müssen sich zwei der Fächer Deutsch, Mathematik oder die erste Fremdsprache befinden.

Eine Besonderheit ist und bleibt der zweistündige verbindliche Seminarkurs, in dem vor allem überfachliche Kompetenzen gefördert und die Schüler so auf die Studien- und Arbeitswelt vorbereitet werden sollen. „Die Angebote der Schulen reichen hier von Biotechnik bis Eventmanagement“, sagt die Rangsdorfer Gymnasiastin Ireen Beyer.

 

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