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Brandenburg

25. November 2017 | 03:20 Uhr

Volle Konten trotz Niedrigzins

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sparkassenverband kritisiert verschärfte Bedingungen für Wohnungsbaukredite

svz.de von
erstellt am 01.Sep.2016 | 18:30 Uhr

Die Brandenburger legen so viel Geld zurück wie nie – trotz extrem niedriger Sparzinsen. Auch das Geschäft mit Immobiliendarlehen floriert, zumindest bisher: Die Sparkassen sehen die Kreditvergabe durch eine neue Verordnung erschwert.

Die gute Nachricht: Ostdeutsche Sparkassenkunden müssen in nächster Zeit nicht mit negativen Zinsen auf ihre Spareinlagen rechnen. „Im Moment ist das für normale Kunden kein Thema“, sagte gestern der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Michael Ermrich. Das funktioniere aber nur, wenn sich eine deutliche Mehrheit der Banken daran hält, allenfalls sehr vermögende Kunden zu belasten. Hintergrund ist, dass die Europäische Zentralbank Strafzinsen von Kreditinstituten verlangt, die überschüssiges Geld bei ihr zwischenlagern.

Aktuell erreicht die Sparquote Rekordwerte: Bei den elf Brandenburger Sparkassen stiegen die Kundeneinlagen bis Ende Juni auf 22,7 Milliarden Euro, 1,1 Milliarden mehr als vor einem Jahr. „Das zeigt, dass die Kunden weiterhin sparen, obwohl sie an den niedrigen Zinsen verzweifeln“, so Ermrich. Sparen sei nötig, spätestens im Alter würden sie eine zusätzliche private Rücklage brauchen. Eine Umkehr zu deutlich höheren Zinsen sieht der OSV auch langfristig nicht.

Deutliche Zuwächse verzeichnen Brandenburgs Sparkassen auch im Kreditgeschäft. Im ersten Halbjahr bewilligten sie für Unternehmen und Selbstständige Darlehen von 492 Millionen Euro, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 458 Millionen Euro. Auch die Kreditvergabe an Privatpersonen erreichte mit 534 Millionen einen Spitzenwert, der aber leicht unter dem Vorjahresergebnis lag. Insgesamt kletterte das Kreditvolumen bei Brandenburgs Sparkassen binnen Jahresfrist um rund 900 Millionen auf 11,3 Milliarden Euro. Ein beträchtlicher Teil davon entfällt auf Darlehen für den Wohnungsbau.

Die niedrigen Zinsen ermöglichen vor allem jungen Familien, sich den Traum vom eigenen Häuschen zu verwirklichen. Jedoch gilt seit März ein neues Gesetz zur Umsetzung einer EU-Kreditrichtlinie. Ermrich kritisierte, dass bei der Prüfung von Kreditanfragen der Beleihungswert der Immobilie kaum mehr eine Rolle spielen dürfe, sondern allein die Bonität der Kunden. Für junge Paare, ältere Menschen und Selbstständige werde die Aufnahme von Wohnungsbaudarlehen erschwert. Fast folgerichtig sanken die Zusagen für private Wohnungsbaukredite.  

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