Vogel: Waldumbau ist Zukunftschance

Die Kiefer ist der häufigste Baum in märkischen Wäldern, ihnen fehlt die Sortenvielfalt

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11. Juni 2020, 05:00 Uhr

Brandenburgs Forstminister Axel Vogel (Grüne) hat Besitzern von durch Dürre und Brände geschädigten Waldflächen Hilfen in Aussicht gestellt. Bei einem Besuch in einem besonders betroffenen Gebiet in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) sicherte er am Mittwoch weitere Beratung und finanzielle Unterstützung zu. „Bei der Anpassung unserer Wälder an die Folgen des Klimawandels und bei der Verjüngung der geschädigten Wälder spielt der Waldumbau eine Schlüsselrolle. Dafür brauchen wir die 100 000 privaten Waldbesitzer in Brandenburg, die wir bei dieser schwierigen Aufgabe unterstützen“, betonte Vogel. „Die Waldbesitzer sollten das Schadereignis auch als Chance für den Start eines konsequenten Waldumbaus begreifen und von der Fördermöglichkeit umfangreich Gebrauch machen“, sagte Vogel.

Die großen Kiefernreinbestände sind für die Folgen des Klimawandels besonders anfällig. Brandenburg gehöre zu den Bundesländern, die am meisten unter den Folgen zu leiden hätten, sagte Vogel. Der Umbau der Wälder sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Besonders die Waldflächen in Südbrandenburg haben den Angaben zufolge in den vergangenen Jahren unter den Auswirkungen der Klimakrise gelitten. Erst vor kurzem wütete in einem Moorgebiet bei Plessa im Landkreis Elbe-Elster der bislang größte Waldbrand in diesem Jahr in dem Gebiet. Die Trockenheit begünstigte zudem Schadinsekten wie Borkenkäfer und Prachtkäfer. Im Landkreis Elbe-Elster wurde auf rund 15 000 Hektar akuter Schädlingsbefall festgestellt. Bäume starben in bislang unbekanntem Ausmaß ab. Mit Satellitendaten wurden den Angaben nach die geschädigten Waldflächen erfasst. 3300 Waldbesitzer im Landkreis Elbe-Elster wurden über die Ergebnisse und Hilfsangebote informiert. Seit 2019 gibt es eine Förderrichtlinie für die Wiederaufforstung geschädigter Waldflächen, um den Umbau zu forcieren.

Auch Landeswald ist geschädigt. Bis zum Jahresende wird der Landesbetrieb Forst über 250 000 Festmeter Schadholz landesweit einschlagen. Bei der Wiederaufforstung von über 100 Hektar in diesem Frühjahr wurden über eine halbe Million Bäume, davon 450 000 Laubbäume, gepflanzt. Auf weiteren acht Hektar kamen Bucheckern in den Boden.

In dieser Woche startet eine Beratungskampagne der Landesforstverwaltung. Der Forstminister wies dabei die forstlichen Verbände und die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse auf die Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer hin.

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