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Brandenburg

19. September 2017 | 17:27 Uhr

Viele unerledigte Asylverfahren

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Weniger Zugänge im Land, aber noch immer ist der Status von mehr als 12 000 Flüchtlingen ungeklärt

Die Zahl unerledigter Asylverfahren ist trotz starken Rückgangs an Neuankömmlingen in Brandenburg gleichbleibend hoch. Zum Stichtag 31. März 2017 lebten im Land rund 12 200 Asylsuchende mit laufendem Asylantrag, teilte das Innenministerium mit. Ende 2016 waren es gut 13 300 und ein Jahr zuvor 12 434 Flüchtlinge mit ungeklärtem Status.

Dabei kamen in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur knapp 1300 Neuankömmlinge gegenüber rund 5400 im Vorjahreszeitraum.

Nach dem starken Zuzug vom Herbst 2015 hätten viele Asylanträge erst 2016 gestellt werden können, sagte der Ministeriumssprecher Wolfgang Brandt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat im Vorjahr die Kapazitäten erhöht, um den Berg von Asylanträgen abzubauen. So habe die Behörde 2016 bundesweit fast 700 000 Anträge entschieden, so Sprecherin Andrea Brinkmann. In Brandenburg seien noch knapp 3000 Fälle in Bearbeitung.

Jedoch haben nach Angaben des Potsdamer Innenministeriums rund 10 000 Asylbewerber Widerspruch vor Verwaltungsgerichten eingelegt. Solange darüber nicht entschieden ist, wird diesen Menschen zunächst weiter der Aufenthalt gestattet.

Die Zahl anerkannter Bürgerkriegsflüchtlinge in der Mark hat sich von rund 2200 zum Jahresende 2015 inzwischen auf knapp 9500 erhöht.

Weitere 3900 Flüchtlinge erhielten einen besonderen Schutzstatus, da ihnen im Heimatland ernsthafte Gefahr droht. Als Asylbewerber anerkannt sind 228 Flüchtlinge.

Die Zahl der ausreisepflichtigen Asylbewerber mit rechtswirksam abgelehnten Anträgen erreichte mit 6647 Ende März einen Höchststand. Von ihnen werden knapp 5200 im Land geduldet, etwa weil Reisedokumente fehlen und aus Gründen wie Ausbildung oder Strafverfahren.  

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