Fachkräftemangel : Viele Mängel in den Pflegeeinrichtungen

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Für die wachsende Zahl Pflegebedürftiger fehlt den Heimen geeignetes Personal

svz.de von
15. August 2016, 04:45 Uhr

In den Pflegeheimen des Landes Brandenburg für ältere und behinderte Menschen häufen sich die Mängel. In diesem Jahr hat die staatliche Heimaufsicht bis Anfang August bereits knapp 800 Beanstandungen in diesen Einrichtungen festgestellt, wie das Landesamt für Soziales und Versorgung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam mitteilte. Im gesamten Vorjahr waren es rund 1320 gewesen. Laut einer Sprecherin des Amtes haben immer mehr Pflegeheime große Schwierigkeiten, geeignetes Personal für die Betreuung Pflegebedürftiger zu finden.

Von Anfang 2015 bis zum 10. August dieses Jahres nahm die Heimaufsicht 773 Mal brandenburgische Einrichtungen unter die Lupe. Am häufigsten rügten die Prüfer die unzureichende Planung und Qualität der Pflege, fehlendes Personal und die bauliche Ausstattung der Unterkünfte.

Häufig wurden auch Senioren in ihrer persönlichen Bewegungsfreiheit und Religionsausübung eingeschränkt. So konnten sie zum Beispiel nicht immer selbst entscheiden, wann sie das eigene Zimmer verlassen oder ob es abschließen dürfen.

Die von der Aufsichtsbehörde festgestellten Mängel wurden im Berichtszeitraum mit insgesamt 12 Ordnungswidrigkeitenverfahren und zehn Bußgeldbescheiden geahndet. In fünf Fällen erließen die Prüfer außerdem förmliche Anordnungen und zwei Heimbetreibern wurde die Betriebsgenehmigung entzogen.

Ende 2014 gab es in Brandenburg nach Angaben des Landesamt für Soziales und Versorgung rund 1090 Einrichtungen für ältere und behinderte Menschen, darunter etwa 560 Pflegeheime. Zwei Jahre zuvor waren es gut 1000 Pflegeheime. Etwa jede zweite Einrichtung war eine Wohnstätte für Menschen mit Handicaps.

Die Mark benötigt in den nächsten vier Jahren bis zu 13.200 neue Fachkräfte in der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege. Ende November 2015 befanden sich erst rund 3500 Menschen in der Pflegeausbildung. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen im Land steigt von derzeit 113.500 auf etwa 140.000 im Jahr 2026. Mit einer Pflegeoffensive und Modellprojekten reagiert die Landesregierung auf die steigende Zahl älterer Menschen.

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