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Gute Chancen auch mit schwächeren Noten : Viele Lehrstellen noch unbesetzt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hunderte Firmen suchen Azubis – Motivation oft wichtiger als Noten

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Wenige Wochen vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres sind deutschlandweit noch Zehntausende Lehrstellen unbesetzt. Auch viele Brandenburger Betriebe suchen nach Auszubildenden.

„Aktuell haben wir 483  Plätze in der Lehrstellenbörse für das neue Ausbildungsjahr“, sagt Michael Völker, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg in Frankfurt (Oder). Im Westen Brandenburgs gibt es sogar knapp 1000 unbesetzte Ausbildungsplätze, erklärt Wolfgang Spieß, Geschäftsführer für Bildung der IHK Potsdam. Hinzu kommen viele freie Lehrstellen bei den Handwerkskammern.

Es sei völlig unrealistisch zu glauben, alle freien Plätze bis zum im August/September beginnenden Ausbildungsjahr zu besetzen, weil es nicht ausreichend Bewerber in der Region gebe, so Völker. Andererseits seien viele Jugendliche, die derzeit die Schule abschließen, noch unentschlossen, und würden überlegen, beispielsweise ein soziales Jahr einzulegen.

„Jetzt wäre die Chance, sich in Betrieben zu bewerben“, sagt Völker. Natürlich hätten Schüler mit guten Noten die besten Chancen auf eine Lehrstelle. Aber bei vielen Unternehmen seien auch Kandidaten mit etwas schwächeren Zensuren gern gesehen. Die Noten seien nicht alles, wichtig sei die Motivation der Bewerber, betont er. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe in Ostbrandenburg sei gegenüber dem Vorjahr sogar leicht auf 1095 angestiegen.

Bisher wurden laut Völker zwischen Uckermark und Oder-Spree fast 600 Lehrverträge für das neue Lehrjahr geschlossen. Besonders beliebt seien Ausbildungen zum Industriemechaniker (53  Verträge) und zu Kaufleuten für Büromanagement (52). Viele offene Lehrstellen gebe es in den Bereichen Elektrotechnik, Handel, Hotellerie und Gastronomie.

Völker verwies darauf, dass die Chance auf Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung so gut wie nie zuvor sei: Im letzten Lehrjahr seien rund 70 Prozent der Jugendlichen übernommen worden. Auf der Suche nach Lehrlingen seien einige Betriebe bereit, zusätzliche Anreize zu bieten. Das reiche von Zuschüssen für die Fahrt zur Berufsschule bis zur Zahlung einer übertariflichen Ausbildungsvergütung.

Die Kammern empfehlen Schülern, sich früh über Ausbildungsberufe zu informieren. „Eine gute Möglichkeit für Jugendliche, in den Berufsalltag herein zu schnuppern, sind Ferienjobs“, sagt Völker. Ab 13 Jahren seien stundenweise Jobs zulässig, ab 15 Jahren Vollzeitferienjobs für die Dauer von bis zu vier Wochen. 

 

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