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In der Prignitz wohnt man am billigsten : Viele Chancen beim Wohnungsbau

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Leerstand sinkt, Mieten auf niedrigem Niveau stabil, Investitionen steigen

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 05:00 Uhr

„Die Wohnungsmarktlage im Land Brandenburg ist so differenziert wie die rund 100 Städte, in denen die BBU-Mitgliedsunternehmen Wohnungsbestände haben.“ So fasste Maren Kern, Vorstand des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, gestern die Ergebnisse der jüngsten Jahresstatistik zusammen. Um die grundsätzlich positive Entwicklung der Städte dauerhaft fortzusetzen , die konsequente Vertiefung der gemeinsamen Landesplanung mit Berlin – und einen neuen Stadtumbau-Vorstoß. So soll die Förderung auf 120 Euro je Quadratmeter angehoben werden,eventuell auch durch eine ergänzende Landesförderung zu den Bundesmitteln.

Aus dem starken Wachstum des Metropolenraums Berlin-Potsdam im Herzen der Region ergeben sich für Brandenburgs Städte aus BBU-Sicht gute Entwicklungschancen. In wohl keinem anderen Teil Deutschlands liege Wachstum und Schrumpfung aber so dicht beieinander: „Die Entwicklungen können auf engstem Raum unterschiedlich verlaufen. Deshalb brauchen wir sowohl leistungsfähige als auch flexible Stadtentwicklungsinstrumente, mit denen auf die hoch differenzierte Lage vor Ort eingegangen werden kann“, forderte Kern.

Im Landesdurchschnitt ist der Leerstand in Brandenburg 2016 so deutlich gesunken wie zuletzt 2010. Mit 7,5 Prozent liegt er um 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Kern: „So erfreulich dieser Rückgang nach langer Stagnation auch ist, wichtig ist immer auch das Detailbild vor Ort.“ So beträgt der Leerstand in der Prignitz 33,8 Prozent. Das ist der dritthöchste Wert nach Frankfurt (Oder) und dem landkreis Spree-Neiße.

Mit 4,91 Euro Nettokaltmiete pro Monat und Quadratmeter (+1,7 Prozent) lagen die Mieten rund 1,50 Euro unter den Werten des Berliner Mietspiegels. Wohnen kostet damit auf das Jahr gerechnet im Durchschnitt des Landes gut 1066 Euro weniger als in Berlin.

In der Prignitz wurden landesweit die niedrigsten Kaltmieten mit 4,37 Euro pro Quadratmeter gezahlt.

Bei den Investitionen, die 2016 bei fast 514 Millionen Euro lagen, planen die BBU-Mitgliedsunternehmen für dieses Jahr eine Ausweitung um über 30 Prozent – vor allem beim Neubau.

Stark differenziert zeigt sich die Lage in den rund 74 vom BBU ausgewerteten Städten des weiteren Metropolenraums Brandenburgs. Der Leerstand ist nach Jahren der Stagnation zwar 2016 gesunken – um 0,7 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent. n Wittenberge beträgt er sogar 20,5 Prozent (2015: 21,8 Prozent). Regional wird das Bild dabei jedoch durch den starken Zuzug von Geflüchteten geprägt.

Auf der anderen Seite investiert die Wohnungswirtschaft so viel wie seit 2000 nicht mehr in den Neubau. „In den Städten des weiteren Metropolenraums tut sich etwas. Wir haben die Hoffnung, dass wir hier vielleicht einen allerersten Lichtschein am Ende eines sehr langen Tunnels sehen. Wohnungswirtschaft und Land müssen den eingeschlagenen Weg jetzt weitergehen und ihre Anstrengungen beim Stadtumbau nochmal verstärken“, so Kern.

Gut 1100 neue Mietwohnungen haben die BBU-Mitgliedsunternehmen in den Städten des Berliner Umlands 2016 fertiggestellt oder auf den Weg gebracht. Bis 2020 sollen 2500 weitere folgen. „Unsere Unternehmen geben dem Wachstum ein Zuhause“, so Kern. Auch erste Entspannungstendenzen auf dem Potsdamer Wohnungsmarkt können als Folgen des Baubooms gesehen werden. Auch die Mietentwicklung bleibt moderat: Mit durchschnittlich 5,38 Euro pro Monat und Quadratmeter liegen sie gut einen Euro unter den Werten des Berliner Mietspiegels.

Das Wachstum von Berlin-Potsdam scheint nun verstärkt auch in die Städte des weiteren Metropolenraums auszustrahlen. Kern betonte: „Hier müssen wir jetzt sehr nachdrücklich einhaken und diesen Trend unterstützen. Hierzu brauchen wir mehr Geld für den Stadtumbau, für das sich die Landesregierung gegenüber dem Bund einsetzen muss. Sollte sie damit nicht erfolgreich sein, müsste die Stadtumbau-Förderlücke durch ein neues Landesprogramm mit einem Volumen von schätzungsweise sieben Millionen Euro pro Jahr aufgefangen werden.“

Der Verband sieht auch den Ausbau der Infrastruktur und eine Image-Offensive auch für das Wohnen in Brandenburgs Städten als wichtige Voraussetzung für den Abbau von Leerständen , weiteren Neubau und die Entwicklung von Wohnungswirtschaft und Lebensbedingungen in Brandenburg an. Dazu zählen Bahnanschlüsse ebenso wie Bemühungen, Geflüchtete in Arbeit zu bringen. 


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