Krankenhaus oder Notfallpraxis? : Viel Vertrauen in Rettungsstellen

Viele Patienten gehen lieber in die Notaufnahme statt zum Bereitschaftsarzt.
Viele Patienten gehen lieber in die Notaufnahme statt zum Bereitschaftsarzt.

Brandenburger sind bundesweit Spitze bei Notfallversorgung in Krankenhäusern

svz.de von
03. März 2018, 05:00 Uhr

Die Rettungsstellen der Krankenhäuser sind bei einem medizinischen Notfall für die Brandenburger und Berliner immer noch die erste Wahl. Nirgendwo sonst in der Bundesrepublik werden sie prozentual häufiger genutzt. Die bundesweite Rufnummer 116 117 kennen nur zwei von drei Patienten.

Nahezu jeder zweite Patient (44 Prozent) in Brandenburg und Berlin suchte in den vergangenen drei Jahren aus eigenem Antrieb eine Notaufnahme auf. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), für die mehr als 1000 Menschen in der Region befragt wurden.

Im Bundesdurchschnitt frequentierten 37 Prozent außerhalb der Öffnungszeiten von Arztpraxen die Notaufnahme.

„Viele Menschen gehen im Notfall in die Kliniknotaufnahme, weil sie sich dort am schnellsten Hilfe versprechen“, konstatiert Anja Mädrich, Leiterin regionales Vertragswesen der TK in Berlin und Brandenburg.

Die Notaufnahmen in Krankenhäusern sind am bekanntesten unter den Notfallversorgungsangeboten – fast jeder in der Region (99 Prozent) kennt sie.

Hingegen ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der bundesweiten Rufnummer 116 117, den die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg ins Leben gerufen hat, nur zwei Dritteln (61 Prozent) ein Begriff. Dieses ambulante Angebot außerhalb der Arztöffnungszeiten hilft Erkrankten, wenn die Praxis geschlossen hat und leitet die Patienten nur bei akuten Fällen in die Krankenhäuser weiter. „Betroffene können häufig nicht richtig einschätzen, ob bei ihrer Krankheit wirklich Gefahr im Verzug ist oder ob sie damit einfach am nächsten Werktag in eine Arztpraxis gehen können“, betont Mädrich. Nach eigenen Angaben stuften die Mediziner ein Viertel (23 Prozent) der Patienten nicht als Notfall ein. Bei 77 Prozent gab es tatsächlich schnellen Handlungsbedarf. Um die Versorgung im Notfall effizient zu gestalten, fordert die TK die bedarfsgerechte Weiterentwicklung sektorenübergreifender Portalpraxen, die an Notaufnahmen der Krankenhäuser angebunden sind. Dort wird der Behandlungsbedarf des Patienten und die geeignete medizinische Versorgung ermittelt und der Erkrankte weitergeleitet. „Ein Leitsystem für Notfälle entlastet nicht nur die Notaufnahmen, sondern hilft vor allem den Patienten, weil sie die passende Behandlung erhalten“, so Anja Mädrich.



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