Viel Lob für Wittenberge

Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann (l.) erklärt den SPD- Ministerpräsidenten Manuela Schwesig und Dietmar Woidke die Elbpromenade und den Hochwasserstand von 2013.
Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann (l.) erklärt den SPD- Ministerpräsidenten Manuela Schwesig und Dietmar Woidke die Elbpromenade und den Hochwasserstand von 2013.

Die Kabinette von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern trafen sich in der Prignitz

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20. März 2019, 05:00 Uhr

Auf dem Parkplatz der Alten Ölmühle in Wittenberge stehen die Dienstwagen in Zweierreihe. Schwere Audis mischen sich mit BMW, Potsdamer Kennzeichen mit jenen aus Schwerin. Zum ersten Mal seit fast zehn Jahren trafen sich die Kabinette von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu einer gemeinsamen Sitzung in der Alten Ölmühle, einem komfortablen Vier-Sterne-Hotel, das die ortsansässige Familie Lange in vielen Jahren Arbeit in einer alten Industrieanlage errichtet hatte.

„Für uns ist das ein großer Erfolg“, sagt Hotelchef Lutz Lange. Der Unternehmer nutzte vor Beginn der Tagung die Gelegenheit, um Ministerpräsident Dietmar Woidke und seiner Amtskollegin Manuela Schwesig den Wellnessbereich seines Hotels vorzustellen. Für ein gemeinsames Saunieren, wie es der finnische Präsident Urho Kekkonnen einst mit Staatsgästen zu unternehmen pflegte, blieb freilich keine Zeit. Dafür kletterte man zusammen aufs Dach des Hauses, genoss den Blick über die Elbtalaue. „Frau Schwesig ist ja zum ersten Mal hier“, sagte Lange. „Dabei ist Wittenberge nur eine Autostunde von Schwerin, aber zwei Autostunden von Potsdam entfernt – und sogar die Tageszeitung hier kommt bekanntlich aus Schwerin.“ Und auch Wittenberges Bürgermeister Oliver Herrmann (parteilos) begrüßte das Treffen der beiden Landesregierungen in seiner Stadt. Gerade angesichts der Debatten um den Landesentwicklungsplan zur Hauptstadtregion sei es erfreulich, dass die Kabinette den Blick weiteten und auch die Verkehrsachsen nach Hamburg und Stettin in den Blick nähmen, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Für Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke wiederum war die Kabinettssitzung eine Rückkehr an einen Ort, den er auch persönlich schätzt. „2002 habe ich als Landtagsabgeordneter hier Sandsäcke geschippt“, erinnert sich der Ministerpräsident. Mittlerweile habe man entlang der Elbe einen guten Stand erreicht, was den passiven Hochwasserschutz betreffe. „Unsere Deichrückverlegung am Bösen Ort hat auch für eine Entlastung in Mecklenburg-Vorpommern und bis nach Hamburg gesorgt“, sagte Woidke. „Auch das ist eine Zusammenarbeit, die erfolgreich ist.“ Ein anderes Elbethema sprachen die Kabinette dagegen offenbar nicht an: Der in Mecklenburg gelegene Engpass bei Dömitz, der bei jedem Niedrigwasser dafür sorgt, dass keine Elbschifffahrt mehr möglich ist, war offenbar kein Thema auf der Sitzung.

Dagegen wollen beide Länder künftig bei der Ausbildung von Kita-Erziehern und der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum enger zusammenarbeiten. Denn beiden Ländern seien die gleichen Lebensverhältnisse in allen Landesteilen wichtig, sagte Ministerpräsidentin Schwesig. „Wir wollen die Herausforderungen, die beide Länder haben, gemeinsam angehen und die Interessen unserer Länder gemeinsam durchsetzen.“

Und Woidke ergänzte: „Gerade Wittenberge zeigt doch, wie es gehen kann: Mut, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen, damit die Menschen wieder stolz auf den Ort sind, in dem sie leben.“

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