Mehr Hilfe für Forstwirtschaft : Verschärfte Situation in Wäldern

Eine vertrocknete Kiefer steht neben noch teilweise grünen Bäumen
Eine vertrocknete Kiefer steht neben noch teilweise grünen Bäumen

Brandenburg will kurzfristig kurzfristig mehr Personal In den Forstbehörden einsetzen, das berät und unterstützt

von
05. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Brandenburg will sich stärker um Waldschäden kümmern. So soll neben finanzieller Hilfe für private Waldbesitzer beim Waldumbau auch kurzfristig mehr Personal in der Oberförsterei Hohenleipisch (Elbe-Elster) eingesetzt werden, die die Besitzer beraten und unterstützen. Das sagte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) gestern bei einem Besuch der Oberförsterei Hohenleipisch. Die seit 2018 anhaltende Trockenheit habe die Situation in den Wäldern „dramatisch verschärft“, so Vogelsänger. In Hohenleipisch machte er sich am Freitag ein Bild von den Folgen der Trockenheit und Fraßschäden durch Schadinsekten gemacht.

In Elbe-Elster beobachten Mitarbeiter der Forst besonders viele absterbende Kiefern. Bereits 2016 hatte sich die Kiefernbuschhornblattwespe durch die Baumkronen gefressen und die Kiefern geschwächt. Die Erholungsphase 2017, als es ausreichend Niederschläge gab, war sehr kurz. Stürme Ende 2017 und das Sturmtief „Friederike“ im Januar 2018 führten zu einer großen Menge Schadholz. Die seit 2018 anhaltende Trockenheit hat die Lage dramatisch verschärft. Borkenkäfer, Prachtkäfer und pilzliche Schaderreger breiteten sich in Elbe-Elster massiv aus.

Mit einer Fläche von rund 25 000 Hektar gilt fast die Hälfte der Kiefernwälder im Landkreis Elbe-Elster als geschädigt. Die Gründe seien die Dürre und die hohen Temperaturen in diesem und dem vergangenen Jahr, aber auch der Pilz Diplodia, sagte der Leiter Forstwirtschaft im Landwirtschaftsministerium, Carsten Leßner. Die Bäume könnten sich nur langsam anpassen. Der gesamte Kreis Elbe-Elster hat nach Angaben des Ministeriums 71 000 Hektar Wald, drei Viertel davon sind Kiefernwälder. Der Anteil an Privatwald dort ist hoch.

Das Land will den Kiefernanteil zugunsten von Laubbäumen verringern, damit der Wald weniger anfällig gegenüber Schädlingen, Trockenheit und Bränden ist. Brandenburg hat insgesamt rund 1,1 Millionen Hektar Wald, das entspricht mehr als einem Drittel der Landesfläche. Über 70 Prozent der Bäume sind schnell wachsende und genügsame Kiefern. Der Bestand würde unter natürlichen Bedingungen nur bei 13 Prozent liegen - deshalb will die Landesregierung den Kiefernanteil zugunsten von Laubbäumen verringern, damit der Wald weniger anfällig für Klimaschäden wird.

„Waldumbau und damit die Reduzierung der Folgen des Klimawandels sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben“, so der Forstminister. „Vor dem Hintergrund der Anpassung der Wälder an die Folgen des Klimawandels und der Wiederaufforstung der geschädigten Wälder müssen Bund und Länder gemeinsame Lösungen anbieten.“

Das Land wird den Waldbesitzern kurzfristig Hilfe anbieten. Eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten der Landesforstverwaltung beschloss dazu verschiedene Schritte.



 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen