Blutiges Drama in Borkheide : Verdacht: Die Mutter zerstückelt

Vor dem Haus in Borkheide, wo Mutter und Sohn wohnten
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Vor dem Haus in Borkheide, wo Mutter und Sohn wohnten

Ein 17-Jähriger soll seine Mutter äußerst brutal getötet haben. Er ist der Polizei als Intensivtäter bekannt

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10. April 2017, 21:00 Uhr

Drei Rehe rennen über die Straße und sind blitzschnell im Wald verschwunden. Die traute Idylle der mit bunten Ostereiern geschmückten Forsythien in vielen Gärten täuscht: Ein Einfamilienhaus fast am Ende einer Straße war Schauplatz einer schockierenden Gewaltorgie in der Provinz. Hier, in Borkheide bei Potsdam soll der 17-jährige Sohn seine Mutter getötet und dann zerstückelt haben. Leichenteile sollen vergraben worden sein. Welches Drama genau sich in dem teils geklinkerten und teils holzgetäfelten Einfamilienhaus ereignet hat, ist bislang unbekannt.

Borkheide ähnelt vielen anderen Gemeinden in Brandenburg. Durch den Ort führt eine Landstraße. Rechts und links gehen Nebenstraßen ab, die dann fast bis in den märkischen Wald führen. Knapp 2000 Menschen leben hier: Alteingesessene in traditionellen Häusern und Zugezogene in neuen Gebäuden. An vielen Ecken wird weiter gebaut. „Die Frau und ihr Sohn sollen sich öfter gestritten haben“, sagt ein 75-Jähriger Anwohner, der gerade Unkraut in seinem Garten jätet. Unter Nachbarn sei auch erzählt worden, der 17-Jährige habe die Mutter geschlagen. Man habe aber nicht viel Kontakt zu beiden gehabt. „Sie führten ein eigenes Leben“, sagt er. Die Mutter soll sich um ihren Jungen, der angeblich seine Ausbildung abgebrochen haben soll, viele Sorgen gemacht haben. Die Frau stammte nach den Angaben aus einer alteingesessenen Familie. Eine Freundin soll sie seit Tagen vermisst haben. Als sie niemanden erreichte, alarmierte sie die Polizei. Daraufhin wurde die Bluttat entdeckt. Der genaue Zeitpunkt, wann der Sohn seine Mutter umbrachte, ist noch unbekannt. Die gewaltsame Tötung könnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schon mehr als eine Woche zurückliegen.

Aus einem Polizeitransporter steigt gestern ein Beamter mit weißer Schutzkleidung und Mundschutz. Er hat offensichtlich Werkzeuge geholt. Später sind laute Geräusche zu hören. Von Grabungen nach Leichenteilen ist die Rede. Bestätigt wird nichts.

Von dem Grundstück mit hölzernem Jägerzaun ist aus etwa 15 Metern Entfernung hinter dem Flatterband nur ein winziger Einblick zu erhaschen. Ein Teil der Vorderfront aus Holz ist angekokelt, Rußspuren sind auch an den Ziegeln zu sehen. Es sind Spuren eines Feuers, das der Sohn direkt am Haus gelegt haben soll, wie der 75 Jahre alte Nachbar sagt. Fensterglas soll sich durch die Hitze verformt haben. Zu erkennen sind von der Polizei angelegte Markierungen auf den Scheiben, mit denen die Auswirkungen des Brandes vermutlich gemessen werden. Wann es brannte, weiß der Anwohner nicht.

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