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Truppentransport nach Polen : US-Panzer rollen ab morgen durch die Mark

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Truppentransport nach Polen beginnt: Bis zum 16. Januar täglich drei Züge mit Militärgerät unterwegs.

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Der Anblick US-amerikanischer Soldaten, Panzer und anderen Militärgeräts wird für viele Brandenburger in den kommenden Tagen zum Alltag gehören. Denn bei einer der größten Truppenverlegungen der Amerikaner in Europa seit Langem wird eine gesamte Brigade mit rund 4200 Soldaten, fast 400 gepanzerten Fahrzeugen und jeder Menge weiteren Geräts in die polnische Grenzregion verlegt.

Konkret handelt es sich um die dritte Brigade der 4. US-Infanteriedivision aus dem US-Bundesstaat Colarado, die schon seit Wochen auf ihrem Marsch nach Osteuropa ist. Heute und an den kommenden Tagen treffen drei Schiffe im Hafen von Bremerhaven ein, von wo aus der größte Teil der Soldaten und ihrer Ausrüstung auf Züge verladen und der Rest auf Straßen transportiert wird. Die Bundeswehr ist als „Host Nation“ (Gastgeber-Land) für die logistische Unterstützung des Transports zuständig.

Die Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt bei Bremen ist einer der Anlaufpunkte der Operation mit dem Codenamen „Atlantic Resolve“, ein weiterer Stützpunkt ist nach Informationen dieser Zeitung der Truppenübungsplatz Lehnin südlich von Potsdam. Über die genauen Fahrzeiten und -strecken der Transporte gaben im Vorfeld weder die Bundeswehr noch die Deutsche Bahn Auskunft. Ein Sprecher des Landeskommandos Brandenburg der Bundeswehr berichtete lediglich, dass für den Bahntransport insgesamt 900 Waggons erforderlich sind, die eine Gesamtlänge von 14 Kilometern ergeben würden. „Vom 7. bis zum 16. Januar werden täglich drei Züge mit Militärgerät rollen“, fügte er hinzu.

Der Bundestagsabgeordnete der Linken, Thomas Nord aus Frankfurt (Oder), sagte gestern, dass seine Partei Proteste gegen die Verlegung organisieren wolle. „Die politische Situation zwischen Russland und Ländern wie Polen ist sicher angespannt. Aber es hilft nichts, sie durch gegenseitige Aufrüstung noch weiter hochzuschaukeln“, sagte Nord dazu. Zugleich räumte er ein, dass es noch keine genauen Protesttermine gebe, weil man nicht wisse, wann die Züge genau fahren. Ob es bei der Bahn wegen der Transporte zu Behinderungen im Normalverkehr kommt, wollte dort niemand bestätigen. Auch nicht, wann die Züge fahren. „Wir bitten um Verständnis, dass wir kundenbezogene Informationen grundsätzlich nicht herausgeben“, erklärte ein Sprecher.  

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