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Raffinerie in Schwedt : Unter russischer Flagge

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Seit 1. Januar ist Rosneft größter Gesellschafter der Raffinerie. Neuer Gesellschafter versichert Engagement.

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Seit dem 1. Januar gehört das PCK in Schwedt (Uckermark) mehrheitlich dem russischen Mineralölkonzern Rosneft. Auf die Frage, was sich damit in der Raffinerie ändert, erklärt Wulf Spitzley, Sprecher der Geschäftsführung: „PCK bleibt PCK.“

Die Übernahme der PCK-Anteile der britischen Mineralölgesellschaft BP durch den russischen Ölkonzern Rosneft war lange angekündigt. Am 31. Dezember 2016 hat BP seine Anteile am PCK-Gesellschafter Ruhr Oel an Rosneft übertragen. Ab dem 1. Januar 2017 erhöht sich der Anteil von Rosneft an der PCK von 35,42 auf 54,17 Prozent. Weitere Mitgesellschafter sind Shell, die ihre Anteile von 37,5 Prozent demnächst an die Schweizer Varo Energy verkaufen will, sowie Eni (Agip) mit 8,33 Prozent.

Die Schwedter Raffinerie am Ende der Erdölleitung „Drushba“ aus Russland ist damit mehrheitlich in russischer Hand. Rosneft wird zu etwa 70 Prozent vom russischen Staat kontrolliert, knapp 20 Prozent des Aktienkapitals hält BP. Der PCK-Mehrheitsgesellschafter ist mit weiteren Beteiligungen an Raffinerien in Baden-Württemberg (Miro) und Bayern (Bayernoil) zum drittgrößten Unternehmen auf diesem Markt in der Bundesrepublik aufgestiegen. „Wir bekommen erstens keinen neuen Gesellschafter. Rosneft ist seit mehreren Jahren an PCK beteiligt, die Kontaktpersonen in den Gremien kennen sich. Und wir bekommen auch keinen unbedeutenden Gesellschafter. Rosneft fördert ein Drittel des russischen Erdöls und hat sich zu einem der größten Ölkonzerne der Welt entwickelt“, erklärte PCK-Geschäftsführer Wulf Spitzley.

Der Sprecher der Geschäftsführung erhält viele Anfragen, was sich unter russischer Flagge ändert. „An den Informations-Schnittstellen zu den Gesellschaftern gab es in den vergangenen Wochen umfangreiche Vorbereitungen für einen fließenden Übergang der Geschäfte. Damit sind vor allem die Bereiche Finanzen und Controlling, Logistik und Automation sowie der IT-Bereich beschäftigt. An der Produktion im PCK ändert das aber nichts“, so Spitzley.

Es gebe jetzt weder Russisch-Kurse für Mitarbeiter noch neue Bekleidung. „Wir stellen weiter wie bisher unsere Produkte für die Gesellschafter her. Auch wenn sich an der Gesellschafterstruktur etwas ändert, PCK Schwedt bleibt PCK Schwedt.“

Die Fahne des neuen russischen Gesellschafters liegt griffbereit. PCK flaggt traditionell die Fahnen ihrer Gesellschafter, wenn die zu Besuch sind. Die Rosneft-Fahne wehte auch schon vor Übernahme der Anteilsmehrheit vor dem Haupteingang der PCK Schwedt, so 2012 beim Besuch von Rosneft-Geschäftsführer Igor Setschin.

Im PCK geht man davon aus, dass die Mitarbeiter vorerst wenig von der Übernahme der Mehrheit durch Rosneft merken werden und Maßnahmen für neue Strategien frühestens 2018 greifen.

Die Russen erklärten ihrerseits, mit PCK eine der besten Raffinerien Europas am Eingangstor zu Westeuropa auserwählt zu haben und dass ihr Engagement im PCK strategisch und langfristig sei.  

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