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Wassertourismus : Umstrittene Sportbootmaut

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ab 2019 sollen Freizeitkapitäne zahlen. Pläne des Verkehrsministers stoßen in Brandenburg aber auf Skepsis

svz.de von
erstellt am 07.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will Freizeitkapitäne ab 2019 für die Nutzung touristischer Wasserstraßen zur Kasse bitten. Das Geld soll in die Infrastruktur fließen. In Brandenburg stoßen die Pläne auf ein geteiltes Echo.

Wichtigster Punkt im kürzlich veröffentlichten Wassertourismuskonzept des Ministeriums ist die Einführung individueller Befahrungsgebühren für die Sportbootschifffahrt. Die Maßnahme sei kurzfristig umzusetzen – bis 2019. Bei der Höhe einer Sportboot-Maut wird auf andere EU-Länder verwiesen, wo mehrere hundert Euro pro Jahr gezahlt werden.

Das Papier sichert zu, dass alle Einnahmen dem Erhalt der Wasserwege dienen. Ausgenommen von der Maut sollen mit Muskelkraft betriebene Boote sein. Sie soll auf 2800 Kilometern Nebenwasserstraßen gelten, viele davon in Berlin-Brandenburg.

„Die Maut kommt. Das ist ein Paukenschlag“, sagt Max Hiller, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands Wassersport Berlin-Brandenburg. Er hält den Ansatz für richtig und vernünftig, aber nur unter der Prämisse, dass alle Einnahmen in die Infrastruktur fließen. Auch müsse klargestellt werden, dass über eine Maut Schleusen und andere Anlagen nur zum Teil finanziert werden können. Die öffentliche Hand sei weiter in der Pflicht.

„Die genauen Pläne von Herrn Dobrindt kennen wir nicht. Er hat mit uns noch nicht darüber gesprochen“, erklärte das Potsdamer Wirtschaftsministerium. Der Ansatz, Nutzer einer Infrastruktur, die mehr als Daseinsvorsorge ist, an den Kosten zu beteiligen, sei berechtigt.

Anders sieht das die CDU-Fraktion im Landtag. „Eine Maut ist kontraproduktiv und nicht vertretbar. Wir werden dagegen Widerstand leisten“, betont Wirtschaftsexperte Frank Bommert angesichts des Zustandes von Flüssen und Kanälen. „Die Wege sind nicht so ausgebaut, dass eine Maut zu rechtfertigen wäre.“

 

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