Unternehmer in Brandenburg : Über Ländergrenzen hinweg

Deutsch-polnische Allianz: Steffen Knauthe (links) und Bogdan Debowski leben Europa nicht nur auf geschäftlicher Ebene.
Deutsch-polnische Allianz: Steffen Knauthe (links) und Bogdan Debowski leben Europa nicht nur auf geschäftlicher Ebene.

Für den Schwedter Unternehmer Knauthe ist die Europäische Union ein Glücksfall, so pflegt er geschäftliche Beziehungen nach Stettin

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22. Mai 2019, 05:00 Uhr

Für viele Unternehmer dies- und jenseits der Oder ist der Fluss mehr Herausforderung und Chance als eine Grenze. Sie verstehen sich dabei nicht nur als Mittler zwischen den verschiedenen Branchen und Kulturen. So auch der Unternehmer Steffen Knauthe.

Den ehemaligen deutsch-polnischen Grenzübergang nahe Stettin passiert er regelmäßig.  Seit mittlerweile 15 Jahren fährt Steffen Knauthe mehrmals wöchentlich von Schwedt nach Stettin und zurück. Grund dafür sind die geschäftlichen Beziehungen, die er zu zahlreichen polnischen Firmen in der 400 000-Einwohner-Stadt  unterhält.

Steffen Knauthe ist Inhaber der Firma SK Diamond. Seinen Sitz hat das Unternehmen im Schwedter Gewerbegebiet. Mit seiner Werbedruckerei ist der 49-Jährige seit 15 Jahren tätig. „Dank des Internets finden Kunden aus ganz Brandenburg und Deutschland und manchmal sogar aus dem Ausland, auf unsere Seite“, berichtet der Schwedter.

Die Leistungen seines Unternehmens erstrecken sich über die gesamte Palette der On- und Offlinewerbung. Schwerpunkte setzt  das Unternehmen in der Umsetzung firmenindividueller Vorgaben mit Werbemitteln und Textilien. Diese können exakt nach Firmenfarbcode bedruckt, bestickt, beflockt oder beklebt werden. Dabei setzen die drei Mitarbeiter hohe Ansprüche an die Standards in Sachen Waschbeständigkeit, Haltbarkeit und Farbechtheit. Von A wie Autoaufkleber bis Z wie Zeckenkarte. Letztere bedruckte das Unternehmen für die Schweizer Bergwacht.

Besonders stolz ist Steffen Knauthe auf seinen UV-Drucker. Bei diesem Druckverfahren trocknet die Tinte nicht an der Luft, sondern wird direkt nach dem Auftragen mit ultraviolettem Licht auf dem Druckobjekt ausgehärtet. Dadurch benötigt der UV-Druck weder Lösemittel noch Verdünner. Der Farbfilm liegt direkt auf dem Material auf und dringt nicht darin ein.

Ist Steffen Knauthe in Stettin, trifft er auch oft Bogdan Debowski. Wie selbstverständlich klopft er ihm auf die Schulter bei der Begrüßung. Beide sind nicht nur Geschäftspartner. Die Männer verbindet eine langjährige Freundschaft bis in die Familie hinein. Sie hat sich durch gemeinsame Projekte entwickelt. Bogdan Debowski ist ebenfalls Chef einer Werbedruckerei. Seit beinahe 15 Jahren währt die Zusammenarbeit des Schwedters mit dem Stettiner. Aufträge, die Debowski nicht ausführen kann, werden an Knauthe weitergegeben. Und umgekehrt. Mittlerweile werde sogar die Neuanschaffung von Maschinen abgestimmt. Schließlich brauche man bei einer derartigen Zusammenarbeit, nicht alle Maschinen doppelt kaufen, erklärt Debowski. Etwa 60 000 bis 70 000 Euro fließen jährlich durch gegenseitige Aufträge in die Kassen des jeweils anderen. Und nicht nur das. Es gibt Aufträge, an denen die beiden Unternehmer gemeinsam gearbeitet haben. Papierriese Leipa ließ seine gesamte Beschilderung sowohl in deutscher als auch in polnischer Sprache durch SK Diamond aus Schwedt und den Stempel Service von Bogdan Debowski anfertigen.

„Eine Zusammenarbeit, die es ohne die Europäische Union nie gegeben hätte“, ist sich Steffen Knauthe sicher. Der Unternehmer ist ein großer Befürworter der Allianz. „Die Europäische Union ist ein Glücksfall für Europa als Kontinent und als Vielvölkerkontinent. Es ist vor allem eine gute Handelsunion und daraus resultierend eine gute Völkerverständigung“, so Knauthe. „Länder, die miteinander Handel treiben, führen keinen Krieg gegeneinander“, ergänzt Bogdan Debowski. Nur die EU-Bürokratie stört Knauthe.

Verständigung funktioniert zwischen Bogdan Debowski und Steffen Knauthe in englischer Sprache. Sein Polnisch sei zu schlecht, um mit Debowski in dessen Muttersprache zu sprechen, sagt der Schwedter. Da widerspricht der polnische Unternehmer und lacht.

Zu Knauthes Kunden gehören überwiegend Industriekunden wie das PCK in Schwedt oder der Anlagenbauer Butting, aber auch Privatkunden, schließlich „gibt es nichts, das sich nicht bedrucken lässt“, weiß Knauthe nur zu gut. Auch wenn es manchmal knifflig wird, hat der Unternehmer einen Plan. Sein schwierigstes zu bedruckendes Werkstück war eine bronzene Glocke. „Man hat nur einen Versuch und der sollte auch glücken“, berichtet Knauthe.

Das außerberufliche Engagement des Schwedters bezieht sich nicht nur auf  unternehmerische Themen. Seit kurzem engagiert er sich für den CDU-Stadtverband, dem er erst im Januar beigetreten ist. Jetzt möchte sich der umtriebige Unternehmer politisch beweisen und sich bei der Kommunalwahl in die Stadtverordnetenversammlung wählen lassen. „Um noch mehr bewirken zu können“, sagt Knauthe.

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