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Peta-Anzeige : Tierquälerei im Schweinestall?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Tierschutzorganisation Peta zeigt Beeskower Zuchtbetrieb und den Landkreis Oder-Spree an

Die Tierschutzorganisation Peta wirft einem Beeskower Schweinezuchtbetrieb Tierquälerei vor und kritisiert zugleich das zuständige Veterinäramt. Nachdem sie bereits vor Monaten die Firma angezeigt hatte, folgte nun eine zweite Anzeige gegen die Behörde des Landkreises Oder-Spree, wie Peta mitteilte. Der Behörde wird vorgeworfen, untätig gewesen zu sein, was die Zustände in dem Betrieb bei Beeskow angeht. Der rbb hatte zuerst darüber berichtet.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) bestätigte gestern, dass beide Anzeigen vorliegen. Anfang September sei die Anzeige gegen das Veterinäramt eingegangen, die andere Anfang des Jahres. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurden aber keine weiteren Angaben gemacht.

Die Geschäftsführung des Schweinezuchtbetriebes war gestern für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen telefonisch nicht zu erreichen. Die Tierschutzorganisation veröffentlichte im Internet Aufnahmen, die in der Anlage gemacht worden sein sollen.

Der Amtstierarzt des Landkreises Oder-Spree, Thomas Maczek, sagte auf Anfrage: „Seit Frühjahr sind wir fast wöchentlich in der Anlage und kontrollieren.“ Es seien damals 30 schwerwiegende Mängel festgestellt worden. Der Betrieb sei dabei, diese abzuarbeiten, es müsse aber noch vieles getan werden, betonte Maczek. Nach jetzigem Stand ziehe das Veterinäramt keine Schließung der Anlage in Betracht. In den Ställen seien 900 Sauen und 6000 Ferkel untergebracht, hieß es. Unter den Mängeln sei zum Beispiel die Abwasserversorgung gewesen, die nicht funktioniert habe. Gülle hätte sich in den Ställen ausgebreitet. Das Problem sei inzwischen abgestellt, betonte Maczek.

Kritisiert wird auch, dass sich einige Trennstangen von Buchten aus den Halterungen gelöst hätten und dadurch eine Verletzungsgefahr für Schweine auftrat. Es sei traurig, dass so etwas in einem Betrieb passiere.

Der verbraucherschutzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag, Michael Jungclaus, kündigte an, die Zustände in dem Schweinezuchtbetrieb noch im September im Verbraucherschutzausschuss des Landtags auf die Tagesordnung zu setzen. Es müsse unter anderem geklärt werden, ob die Behörden ihren Kontrollpflichten nachgekommen seien und wie es zu diesen Zuständen kommen konnte, hieß es in einer Mitteilung der Fraktion.

 

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