Tierquäler muss Geldstrafe zahlen

Amtsgericht verurteilt Rentner, weil er in Wuthenow einen Hund misshandelt hat / Freispruch für Tochter

svz.de von
10. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Wegen Tierquälerei ist gestern Werner G. am Neuruppiner Amtsgericht für schuldig befunden worden. Nach Auffassung des Gerichts hat er heute vor einem Jahr in Wuthenow einen Hund derart schwer misshandelt, dass dieser an den Folgen starb.

Der 75-jährige Rentner wurde zu einer Geldstrafe 120 Tagessätzen zu 30 Euro verurteilt. Außerdem muss er den Hundehaltern sämtliche Kosten für Tierarzt, Tierklinik und Rechtsbeistand ersetzen. Seine Tochter Anke G., die im Verdacht stand, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, wurde freigesprochen.

Der sechsjährige Mischlingsrüde Leo war am 9. Dezember 2012 gegen Abend verschwunden. Seine Besitzer entdeckten ihn am nächsten Tag blutüberströmt auf dem Grundstück von Anke G. wieder. Tierärzte konnten den Hund, der ins Koma gefallen war, nicht mehr retten.

Werner G. hatte vor Gericht eingeräumt, den Hund geschlagen zu haben, weil dieser ihn angefallen haben soll. Bissverletzungen hatten Ärzte bei ihm aber nicht festgestellt. „Es tut mir Leid, dass ich so auf den Hund eingeschlagen habe, dass er daran gestorben ist. Es wäre besser gewesen, der Hund hätte mich ins Bein gebissen. Dann hätte ich einen Beweis gehabt“, sagte der 75-Jährige gestern.

Hundehalter, Tierarzt, Staatsanwaltschaft und letztlich auch das Gericht glaubten Werner G. nicht, dass er von Leo attackiert wurde. Denn von vielen Zeugen wurde das Tier, das im Dorf überaus beliebt gewesen sein soll, als friedlich beschrieben.

Offen blieb nach zwei Verhandlungstagen, die von etwa 50 Zuhörern begleitet wurden, noch immer, wo Leo in der Nacht zum 10. Dezember war. Dass Anke G. ihn bereits am 9. weggefangen haben könnte, konnte nicht bewiesen werden. Unklar ist auch weiterhin, welches Motiv Werner G. hatte, den Hund zu misshandeln. Gegen das Urteil kann der 75-Jährige noch Rechtsmittel einlegen.

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