Regionalentwicklung : Tesla bringt Menschen und Verkehr

Baukräne und Baumaschinen bestimmen das Bild auf dem Gelände der künftigen Tesla Giga-Factory.
Baukräne und Baumaschinen bestimmen das Bild auf dem Gelände der künftigen Tesla Giga-Factory.

2021 soll die Produktion beim Elektro-Autobauer starten / Wo werden Tausende Beschäftigte wohnen und wie in das Werk kommen?

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26. Juni 2020, 05:00 Uhr

Ab dem zweiten Halbjahr 2021 sollen in der Fabrik des US-amerikanischen Elektro-Autobauers Tesla in Grünheide 12 000 Menschen arbeiten. 10 000 Zuzügler erwartet der Landkreis Oder-Spree in der Region laut einem Strategiepapier. Angesichts des 2021 geplanten Produktionsstarts müssten dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt werden, sagte der infrastrukturpolitische Sprecher der Linke-Fraktion im Landtag, Christian Görke. „Um den Verkehrskollaps auf der Straße zu verhindern, sollten unverzüglich Schienen-, Bus- und Fahrradanbindungen in den Fokus genommen werden“, so Görke. „Wer nur auf die Straße setzt, wird verlieren.“ Der Landkreis erwarte Entscheidungen.

Erforderlich seien Investitionen in die Sozial- und die technische Infrastruktur, sagte Landrat Rolf Lindemann (SPD). Mit dem 80 Seiten-Strategiepapier wolle man Bürgermeistern und Amtsdirektoren den Rücken stärken und zeigen, was mit dem Tesla-Milliardenprojekt auf sie zukomme und wer dafür zuständig sei. „Wir wollen alle Fragen zügig angehen. Es gibt kein Zurück, wir wollen die Erwartungen von Tesla erfüllen“, sagte der Landrat.

Zuvor hatte die „Märkische Oderzeitung“ über das im Kreistag beratene Strategiepapier berichtet, das Arbeitsgrundlage für Gemeinden und für die Zusammenarbeit mit dem Land ist.

Der Raum um Erkner ein ein infrastrukturelles Nadelöhr, sagte Lindemann. Je nach Schichtrhythmus bei Tesla werden sich laut Strategiepapier 6000 bis 8000 Menschen drei- bis viermal am Tag auf den Weg von der Arbeit wieder nach Hause machen. Dazu kommen Materiallieferungen, so 24 Zugbewegungen am Tag. Wegen der erwarteten Verkehrsströme liefen Gespräche mit Tesla, dem Brandenburger Verkehrsministerium und der Bahn.

„Wir wollen Lösungen entwickeln und alle Fragen zügig angehen“, so der Landrat. Er habe Verständnis, dass das Genehmigungsverfahren derzeit alle Kräfte binde. „Aber jetzt muss man sich verstärkt um diese Dinge kümmern“, sagte Lindemann.

Tesla will in Grünheide rund 500 000 Elektroautos pro Jahr zu produzieren.

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