Bedeutsamer Fund : Tausende Münzen entdeckt

Wohl der bedeutendste Schatz überhaupt: Eine 2012 in der Uckermark entdeckte Goldmünze in der Prägung des Merowingerkönigs Theudebert
Wohl der bedeutendste Schatz überhaupt: Eine 2012 in der Uckermark entdeckte Goldmünze in der Prägung des Merowingerkönigs Theudebert

Archäologen bargen in Altlandsberg einen Schatz. Fund wird auf 14. Jahrhundert datiert

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18. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Ein deutschlandweit bedeutsamer Münzfund ist in den vergangenen Tagen bei Bauarbeiten im ehemaligen Schlossviertel von Altlandsberg (Märkisch-Oderland) gemacht worden. Gut 8000 Münzen lagen vergraben im Domänenhof.
Während der archäologisch begleiteten Neugestaltung der Außenanlagen im Umfeld des um 1658 errichteten Brau- und Brennhauses stießen die Experten in einer Torfschicht auf ein irdenes Gefäß mit mehr als 8000 Geldstücken unterschiedlicher Prägungen und Größenordnungen. Diese seien in einem Zeitraum von zirka 130 Jahren geprägt worden und sind auf „nach 1300 bis etwa 1430“ datiert, wie einer Beschreibung des Archäologiebüros an den Bauherrn, die Stadt Altlandsberg, zu entnehmen ist, die dieser Zeitung zugespielt wurde.
Altlandsbergs Bürgermeister Arno Jaeschke bestätigte die Tatsache, erklärte jedoch sein Befremden, da zum Fund und zu ersten, noch wissenschaftlich ungesicherten Erkenntnissen zunächst Stillschweigen vereinbart worden war. Zur Erstpräsentation durch Forschungsministerin Martina Münch (SPD) in der kommenden Woche werde mehr gesagt werden können.
In der Beschreibung ist „nach erster Einschätzung“ von „13 Prager u. Meißner (Silber-)Groschen“, von „11 rheinischen Reichsgoldgulden“ sowie „ca. 8000 (silbernen) Hohlpfennigen“ die Rede, die auf dem heutigen Domänenhof vergraben worden waren. Besonders hervorgehoben wird, dass es sich um den bislang einzigen in dieser Größenordnung bekannt gewordenen sogenannten Münzhortfund in Brandenburg handelt, der aus einer fachlich qualifizierten archäologischen Baubegleitung stammt.
Doch nicht so sehr in Zusammenhang mit der Renaissance der preußisch-königlichen Vergangenheit Altlandsbergs mit dem früheren Schloss- und Stadtherrn Otto von Schwerin, der unter dem Großen Kurfürsten als Oberpräsident des Geheimen Rates wirkte und auf seinem Schloss in Altlandsberg auch dessen Söhne erzog, ist der Münzschatz zu sehen. Dessen Schlossanlage samt zugehöriger Gebäude datiert erst aus dem 17. Jahrhundert.

Erste vorsichtige Deutungen als „möglicher historischer Kontext“ bringen das Vergraben mit den Hussitenkämpfen um 1432 in Verbindung. Damals war auch Altlandsberg belagert worden, und es ist von Lösegeld die Rede. Der heutige Fundort befand sich wahrscheinlich vor der einst geschlossenen Stadtmauer aus Feldsteinen.

Seit mehreren Jahren wird auf dem Gelände des ehemaligen Altlandsberger Schlosses und im Umfeld das groß angelegte Projekt Schlossgut verwirklicht. Bisher sind dank umfangreicher Förderung vor allem durch Bund und Land Schlosskirche, Gutshaus sowie Brau- und Brennhaus saniert worden. Weiterhin sollen innerhalb des Großprojektes auch Teile des ehemaligen Lustgartens wiederhergestellt werden sowie in den Mauern des ehemaligen Kuh- und Pferdestalls ein Hotel- und Wellnessbereich entstehen.

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