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Kunstmuseum in Potsdam : Sturm aufs Barberini

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rieseninteresse am neuen Kunstmuseum in Potsdam. Kunstmäzen Hasso Plattner holt hochkarätige Werke.

von
erstellt am 22.Jan.2017 | 15:06 Uhr

Die Schlange reicht schon über Hunderte Meter vom Eingang des Museums Barberini über den Alten Markt bis fast zum Filmmuseum. Doch die Potsdamerin Monika Wagner stellt sich frohgemut ganz hinten an.

„Wenn der König einlädt in seinen Palast, dann muss man hingehen“, meint die festlich gekleidete Dame. Der „König“, von dem sie in echt preußischer Tradition spricht, das ist in diesem Fall Kunstmäzen Hasso Plattner. Der Software-Milliardär und Wahl-Potsdamer hat die Bürger an diesem Sonnabend bei freiem Eintritt in sein neues Museum Barberini in der historischen Mitte von Brandenburgs Landeshauptstadt eingeladen.

Schon zwei Stunden vor Öffnung der Türen hat sich die Cottbuserin Jutta Ross mit ihrem Mann Heinz in Stellung gebracht und ist daher eine der Ersten, die Einlass findet. „Ich liebe die Impressionisten, ich konnte es kaum erwarten, herzukommen“, erklärt sie.

Begeistert schaut sie sich erstmal in den beiden Sälen im Erdgeschoss um, betrachtet in der Schau „Klassiker der Moderne“ die Gemälde von Max Liebermann, Emil Nolde oder Edvard Munch. „Schauen Sie, der Garten dort - wie die Blumen leuchten!“, ruft sie begeistert. „Diese hohen Räume mit den gedämpften Farben sind ideal für diese Kunst.“

Unterdessen macht der Kunstpädagoge Peter Eurlings im Keller-Atelier die Jüngsten mit Werken und Maltechnik vertraut. „Den Impressionisten ging es darum, die Wirkung des Lichts zu zeigen“, erläutert er dem sechsjährigen Alexander und der ein Jahr jüngeren Sarah, die andächtig lauschen. Mit Lampen demonstriert Eurlings die Spektralfarben, aus denen sich das weiße Tageslicht zusammensetzt – und leitet dann auf das Spiel von Licht und Schatten beim Titelgemälde der Impressionisten-Ausstellung über: „Die Brücke von Argenteuil und die Seine“ von Gustave Caillebotte. Anschließend können die Kinder das mit dicken Stiften selbst ausprobieren.

Wie die meisten Besucher zeigt sich die Potsdamerin Hannelore Vack nach ihrem rund einstündigen Rundgang durch die 17 Ausstellungssäle des Palasts begeistert: „Ich habe noch ein Foto von meinen Eltern, wie sie vor dem Palast Barberini stehen – das hat Herr Plattner wunderbar wiederaufgebaut!“

Die ältere Dame hat den Originalbau selbst nicht mehr erlebt, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bei einem Bombenangriff zerstört wurde. „Und innen die Kunsträume, die haben ein wunderbares Licht“, schwärmt sie.

Am Abend wurde das Museum auch von außen in Licht getaucht: Die Installation „Unterwegs im Licht“ projiziert Motive der ausgestellten Gemälde wie Monets „Seerosen“, Brücke oder Schiffe auf die Fassade.

Regulär startet das Museum seinen Betrieb am heutigen Montag – dann können sich Besucher Zeitkarten kaufen. „Damit wollen wir lange Warteschlangen wie heute vermeiden“, sagt Musemumsprecherin Johanna Köhler. Denn zum Schutz der Gemälde darf immer nur eine begrenzte Zahl von Besuchern in die Säle.

Am Samtag zählte die Museumsleitung knapp 1800 Gäste.

 

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