Stromtarif-Wechsel lohnt sich

Brandenburger Haushalte können deutlich mehr sparen als 2014

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22. Januar 2016, 08:00 Uhr

Bei den Strompreisen liegt Deutschland europaweit mit ganz vorne. Doch Verbraucher können sparen, wenn sie die Tarife verschiedener Energieversorger vergleichen. Das lohnt sich in jüngster Zeit besonders für Brandenburger Haushalte.

Verbraucherschützer raten seit Langem, die Strompreise regelmäßig zu vergleichen und zu einem günstigen Anbieter zu wechseln. Die Brandenburger gehören zu denen, die diesen Rat besonders häufig befolgen und sich einen neuen Energieversorger suchen. Und das lohnt sich offenbar heute mehr als vor einigen Jahren.


Ersparnis um satte 16 Prozent


In keinem anderen Bundesland stieg die durch einen Anbieterwechsel erzielbare Ersparnis zwischen 2014 und 2015 so stark an wie in der Mark, nämlich um satte 16 Prozent. Das zumindest geht aus einer Untersuchung hervor, die das Vergleichsportal Check24 am Mittwoch veröffentlichte. Im bundesdeutschen Durchschnitt stieg die Ersparnis lediglich um neun Prozent an.

In absoluten Zahlen konnte eine Brandenburger Durchschnittsfamilie im vergangenen Jahr 233 Euro sparen, wenn sie vom teuersten zum günstigsten Anbieter wechselte. Damit liegt das Bundesland zwar im hinteren Teil des Feldes, in Rheinland-Pfalz konnten Sparfüchse fast 100 Euro mehr herausholen.

Jedoch verglichen mit dem Jahr 2014 ist das ein deutliches Plus: Damals sprangen für einen Durchschnittshaushalt in Brandenburg laut dieser Statistik lediglich 201 Euro raus – das war der bundesweit vorletzte Platz vor den Nachbarn aus Mecklenburg-Vorpommern.


Familien können mehr herausholen


Naturgemäß können größere Familien bei einem Wechsel mehr herausholen als allein lebende Menschen. So waren bei einem Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden im Bundesdurchschnitt im vergangenen Jahr fast 400 Euro Ersparnis drin. Aber auch Singles mit einem Jahresverbrauch von 2000 Kilowattstunden konnten durch einen neuen Anbieter immer noch 200 Euro einsparen.

Nach wie vor ist das Einsparpotenzial im Westen Deutschlands höher als im Osten: Eine Ursache liegt darin, dass dort die Netzentgelte – also die Kosten für den Transport der Elektroenergie – besonders hoch sind. Das hängt im Wesentlichen mit den weiten Übertragungswegen und damit dem großen Aufwand für Bau und Erhaltung zu tun. Die Netzentgelte machen wiederum einen nicht unbeträchtlichen Teil des Strompreises aus, neben der Umlage für erneuerbare Energien, die – nach einer leichten Absenkung 2015 – zu Beginn dieses Jahres um 0,18 Cent auf den neuen Rekordwert von 6,35 Cent pro Kilowattstunde stieg.

Die Strompreise dürften also auch künftig tendenziell eher steigen. Um so erstaunlicher ist, dass sich nach Angaben des Portals Verivox ein Drittel der Deutschen noch nie um einen besseren Tarif bemüht hat. Sie würden damit jährlich rund sieben Milliarden Euro verschenken. Dabei muss man aber nicht unbedingt den Anbieter wechseln. Oft lohnt sich schon, den eigenen Grundversorger nach einem günstigeren Tarif zu fragen.

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