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Kaum Ladestationen : Stromlos in der Mark

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburg Schlusslicht bei Ladestationen für Elektro-Autos / Im gesamten Land stehen nur 51 Ladesäulen zur Verfügung.

von
erstellt am 06.Sep.2016 | 04:45 Uhr

Wer mit einem Elektroauto von Berlin oder Hamburg nach Brandenburg fährt, sollte auf den Batteriestand achten: Denn in ganz Brandenburg stehen nur 51 öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung. Damit ist das Bundesland nach dem flächenmäßig allerdings weit kleineren Saarland, das nur 21 solcher Ladesäulen besitzt, beim Ausbau der Elektromobilität bundesweit auf dem vorletzten Platz. Das ergab eine Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), die dem „Prignitzer“ vorliegt.

In Mecklenburg-Vorpommern stehen immerhin 79 Ladestellen zur Verfügung, und ganz anders ist die Situation in Sachsen: Mit 405 Ladestellen ist der Freistaat bundesweit im vorderen Mittelfeld unterwegs. Bundesweit stehen insgesamt 6517 öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung – ihre Zahl hat sich im Jahr 2015 um immerhin 10 Prozent erhöht.

Die Brandenburger Politik hatte sich den Ausbau der Elektromobilität dabei fest vorgenommen. Schon vor einigen Wochen erinnerte die Landtagsabgeordnete der Linken, Anita Tack, daran, dass sich die Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag zur Förderung der Elektromobilität bekannt habe. „Wer Elektromobilität will, muss mehr tun für den Ausbau der dazu notwendigen Infrastruktur“, sagte Tack. Dies könne der Staat aber nicht alleine leisten. „Die Fahrzeugindustrie muss stärker in die Verantwortung genommen werden.“

Der CDU-Verkehrspolitiker Rainer Genilke schlägt in eine ähnliche Kerbe. „Brandenburg ist allgemein verkehrlich nicht auf der Höhe“, sagte Genilke dem „prignitzer . „Das gilt für den öffentlichen Nahverkehr, den Ausbau von Schienen und Straßen und das gilt auch für die Elektromobilität.“ Brandenburg belegt bundesweit den letzten Platz und drohe, abgehängt zu werden.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Michael Jungclaus, erklärte, zwar gebe seine Fraktion dem Öffentlichen Personennahverkehr grundsätzlich den Vorrang. „Jedem dürfte aber klar sein, dass eine hinreichende Ladeinfrastruktur die Bedingung dafür ist, Elektroautos alltagstauglich zu machen“, sagte Jungclaus. „Brandenburg lässt hier Chancen ungenutzt vorbeiziehen.“

Das von der Bundesregierung geförderte Modellprojekt ,,Schaufenster Elektromobilität“ in der Region Berlin-Brandenburg dürfe nicht eine reine Berliner Veranstaltung bleiben. „Erfahrungen mit der Elektromobilität in Frankreich zeigen, dass gerade für Berufspendler in ländlichen Regionen Elektromobilität besonders attraktiv ist“, sagte Jungclaus. „Die Landesregierung sollte ländliche Kommunen viel stärker dabei unterstützen, eine Ladeinfrastruktur bereitzustellen.“  


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