Brandenburg hinkt hinterher : Strom erzeugen durch Wasserkraft

Wassermassen ergießen sich aus dem Becken der Talsperre Spremberg in die Spree.
Wassermassen ergießen sich aus dem Becken der Talsperre Spremberg in die Spree.

Landesregierung prüft den Ausbau. Eine Studie soll neue Potenziale erschließen.

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06. März 2020, 05:00 Uhr

Brandenburgs Landesregierung lässt derzeit untersuchen, ob die Stromerzeugung aus Wasserkraft ausgebaut werden kann. Das Ergebnis der vom Landesamt für Umwelt in Auftrag gegebenen Studie soll voraussichtlich Ende dieses Jahres der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das teilte das Wirtschaftsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Freie-Wähler-Landtagsfraktion mit.

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft steckt in Brandenburg noch in den Kinderschuhen. Nach einer Untersuchung der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) nutzt das Land erst 24 Prozent seines technischen Potenzials und liegt damit bundesweit an drittletzter Stelle. Den AEE-Angaben zufolge, auf die sich das Wirtschaftsministerium in seiner Antwort stützt, produzierten 2017 zwischen Elbe und Oder 39 Wasserkraftanlagen etwa 22 Gigawattstunden (GWh) Strom. Das entspricht laut Agentur etwa dem jährlichen Verbrauch von knapp 6300 Durchschnittshaushalten. Damit lag Brandenburg im Bundesvergleich noch hinter dem Stadtstaat Bremen, der 39 GWh Strom produzierte.

Technisch möglich ist in Brandenburg laut AEE eine Leistung von 90 GWh.

Deutschlandweit lag die Leistung aller Wasserkraftanlagen im Berichtsjahr nach Agenturangaben bei rund 20 150 GWh. 80 Prozent davon entfielen allein auf Bayern und Baden-Württemberg. In beiden Ländern sorge der Voralpenraum für ein günstiges Gefälle, das zur Energiegewinnung aus Wasserkraft genutzt wird. Laut AEE verfügen aber auch die nördlichen Bundesländer über ein noch nicht ausgeschöpftes Potenzial. Gute Möglichkeiten gebe es bei Ersatz, Modernisierung und Reaktivierung vorhandener Anlagen sowie durch den Neubau von Wasserkraftwerken.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Potsdam umfasst das Potenzial in Brandenburg sowohl historische Bauwerke wie Wassermühlen als auch bislang nicht genutzte Standorte. Die in Auftrag gegebene Studie soll auch untersuchen, ob es möglich ist, Wasserkraft an Staustufen und sonstigen Querverbauungen an Gewässern zur Stromerzeugung zu nutzen.

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