Flüchtlingsheim durchsucht : Streit unter Asylbewerbern

Polizisten stehen im Rahmen der Durchsuchungsaktion vor dem Cottbuser Asylbewerberheim.
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Polizisten stehen im Rahmen der Durchsuchungsaktion vor dem Cottbuser Asylbewerberheim.

Mehrere Verletzte bei diversen Attacken in Cottbus / Polizei durchsucht Flüchtlingsheim

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13. Juni 2018, 20:45 Uhr

Binnen Stunden hat es in Cottbus mehrere heftige Angriffe unter Asylbewerbern mit Verletzten gegeben. Wegen der Vielzahl der Auseinandersetzungen wurden am Dienstag alle verfügbaren Kräfte der Polizeidirektion Süd, der Bereitschaftspolizei und ein Polizeihubschrauber nach Cottbus beordert, teilte die Polizei am Mittwoch mit. 26 Tschetschenen seien in der Nacht in Polizeigewahrsam genommen worden.

Mittwoch Nachmittag begann die Polizei einem Sprecher zufolge damit, per richterlicher Anordnung die betroffene Flüchtlingsunterkunft zu durchsuchen. Dies diene dem Ziel, möglicherweise vorhandene Waffen sicherzustellen und weitere Auseinandersetzungen zu verhindern, sagte ein Polizeisprecher. Man wolle mit aller Konsequenz die Straftaten aufklären.

Bei der Flüchtlingsunterkunft handelt es sich nach Angaben der Stadtverwaltung Cottbus um einen Verbund mehrerer Wohnungen. Derzeit lebten dort rund 180 Menschen, davon 30 alleinstehende Männer. Neben Afghanen und Tschetschenen seien dort unter anderem auch Menschen aus Nigeria, Pakistan, Syrien und dem Irak untergebracht.

Bei den Attacken erlitten ein 28 Jahre alter Tschetschene eine Stichverletzung im Rippenbereich, und zwei Landsmänner im Alter von 17 und 18 Jahren Kopfverletzungen sowie drei Afghanen (19, 20 und 27 Jahre) Gesichtsverletzungen.

Ein Zeuge hatte die Beamten zu einem Sportplatz gerufen nahe einem Asylbewerberheim gerufen. Die Beamten trafen etwa 15 Männer aus Afghanistan auf dem Sportplatz und eine größere Männergruppe aus Tschetschenien an der Unterkunft an.

Laut Polizei kam es am Dienstag nach den Vorfällen im Umfeld der Asylbewerberunterkunft wenig später in der Notaufnahme des Cottbuser Klinikums zu einem weiteren Angriff unter Asylbewerbern. Ein Tschetschene habe mit einem Feuerlöscher gegen den Kopf eines Afghanen geschlagen. Ein Klinikmitarbeiter habe die Beamten alarmiert.

An einem anderen Ort in der Stadt sei wenig später ein Syrer von acht Afghanen mit Faustschlägen und Pfefferspray angegriffen worden. Ein Deutscher soll zudem in der Innenstadt von einer mit Latten ausgerüsteten Gruppe verfolgt worden sein. Ein Zeuge habe die Polizei alarmiert. Die Nationalität der Menschen aus der Gruppe war noch unklar.

Die 26 Tschetschenen waren am Mittwoch noch in Haft, so ein Polizeisprecher. Nach den Vorfällen am Dienstag wird wegen Landfriedensbruch ermittelt. Dabei handelt es sich laut Strafgesetzbuch unter anderem um Gewalttätigkeiten gegen Personen, die aus einer Menschenmenge heraus in die öffentliche Sicherheit gefährdender Weise erfolgen.

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