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Sachsenhausen : Streit um Weg zur KZ-Gedenkstätte

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Anwohner wollen in Sachsenhausen Weg zum früheren Lager verlegen lassen

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Der Streit um eine Verlegung von Eingang und Zufahrt zur Gedenkstätte Sachsenhausen schlägt immer höhere Wellen. Für das Internationale Sachsenhausen-Komitee ist trotz Anwohnerprotesten wegen zunehmender Belastungen durch Besucher die Verlegung des Zugangs zur Gedenkstätte tabu. Über diese Straßen seien die Gefangenen des Naziregimes oft unter schweren Misshandlungen und unter den Augen der damaligen Anwohner zum Konzentrationslager im heutigen Ortsteil der Stadt Oranienburg gebracht worden, teilte das Komitee mit.

Akzeptabel seien Vorschläge der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und der Stadt. Danach sollen unter anderem die Straße asphaltiert und der Parkplatz erweitert werden. Ein Weg, Luftverschmutzung und Lärmbelästigung zu reduzieren, wäre auch der Einsatz von Elektrobussen, so das Komitee. 30 Anwohner der Gedenkstätte Sachsenhausen hatten kürzlich die Anwohnerinitiative (AWI) „Gedenkstätte Sachsenhausen – Gedenken im Einklang mit dem Leben“ gegründet. Ihr Protest richtet sich vor allem gegen den Verkehr von Reise- und Linienbussen, die zur Gedenkstätte durch die engen Anliegerstraßen fahren müssen. „Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und Erschütterungen mit Rissen in den Häusern sind die Folge“, klagte AWI-Sprecher Christian Wollank. „Aus unserer Sicht muss sich etwas zugunsten der Anlieger bewegen, zumal die Besucherzahl der Gedenkstätte seit 1992 um 400 Prozent auf rund 700 000 im Jahr gestiegen sind. Konzepte von damals greifen heute nicht mehr.“ Die Verlegung von Busparkplatz und Linienverkehr hält Stiftungsdirektor Günter Morsch für unmöglich: „Das würde das Konzept der Gedenkstätte Sachsenhausen, die mit ihren dezentralen Ausstellungen über das Besucherinformationszentrum betreten wird, auf den Kopf stellen.“ Der Zugang zum authentischen Ort erfolge bewusst über den Weg, den die Häftlinge gehen mussten. Ein Ringbusverkehr und die Asphaltierung der Straße der Nationen würde den größten Teil der probleme lösen, sagte Morsch.

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