Warnstreik : Streit um Arbeitszeiten

Warnstreik bei der BSH Hausgeräte für gerechte Arbeitszeiten
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Warnstreik bei der BSH Hausgeräte für gerechte Arbeitszeiten

Rund 150 Mitarbeiter der Waschmaschinenfabrik in Nauen beteiligen sich / Im Gegensatz zum Westen keine Tarifbindung

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30. Mai 2017, 05:00 Uhr

Rund 150 Mitarbeiter der Waschmaschinenfabrik in Nauen haben sich gestern an einem Warnstreik für bessere Arbeitszeiten beteiligt. Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall standen die Bänder während der dreistündigen Aktion still. In dem Werk der BSH Hausgeräte werden jährlich mehrere hunderttausend Waschmaschinen der Marken Bosch und Siemens hergestellt.

Derzeit liege die Wochenarbeitszeit bei 40 Stunden, in Werken im Westen mit Tarifbindung dagegen bei 35 Stunden pro Woche, sagte die 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Oranienburg und Potsdam, Stefanie Jahn. Wegen flexibler Arbeitszeiten werde in Nauen zudem teils 50,5 Stunden pro Woche gearbeitet. Insgesamt sind dort laut Gewerkschaft rund 480 Menschen in drei Schichten tätig.

Mitarbeiter versperrten mit zahlreichen Pappkartons eine Zufahrt zu dem Werk. „Die letzte Fabrik der BSH ohne Tarif!“, stand auf den Kisten. „Her mit dem Tarifvertrag“, hieß es auf einem Transparent.

Demonstranten trugen zudem Schilder mit Aufschriften wie „Weniger Stress“ oder „Mehr Freizeit“.

Eine Sprecherin der BSH Hausgeräte GmbH betonte, Nauen sei der einzige BSH-Produktionsstandort für Waschmaschinen in Deutschland und stehe mit seinen weltweit angebotenen Produkten in einem besonders hart umkämpften Wettbewerb. Die Beschäftigungsbedingungen seien im regionalen Vergleich überdurchschnittlich gut und die Vergütung liege auf Tarifniveau. Daneben biete das Unternehmen freiwillige Leistungen, etwa für die Altersversorgung oder auch eine Erfolgsbeteiligung.

Das Werk war vor mehr als 20 Jahren von Bosch und Siemens in Betrieb genommen worden, heute gehört es komplett zu Bosch. Damals war für die Produktion von Trocknern ein Arbeitszeitmodell eingeführt worden, wonach im Winter länger als im Sommer gearbeitet werden sollte. Das Konzept gilt für die heutige Waschmaschinenproduktion laut IG Metall aber nicht mehr. Derzeit schwanke die Arbeitszeit unabhängig von der Saison.

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